Eine Herausforderung für Bauherr und Planer

Das Liebhaberobjekt an der Kollegiumstrasse 4/6 in Schwyz.

 

Im Frühling 2004 präsentiere der bekannte Architekt und Bauingenieur Paul Bossert, Oetwil am See, seinen Vorschlag bezüglich der Umnutzung der Alten Brauerei Schwyz und der Erstellung von Lofts. Von diesem machbaren und letzte rentablen (!) Vorhaben jedoch wollte die Direktion der Schwyzer Kantonalbank nichts wissen; sie setzte stattdessen im September 2004 die Zwangsverwertung der Liegenschaft durch.

„Wenn Sie tatsächlich s’Beschti für Ihri Liiegeschaft wen, so überschriibe Sie sie mier und bringe Sie sich aaschliessend um“ ,… 

… mit diesen wohl nicht ganz ernst gemeinten Worten in Original-Baseldeutsch bekundete der bekannte Dipl.-Ing. und Architekt Paul Bossert, Oetwil an der Limmat, sein Interesse gegenüber Urs Beeler am Umbau der Alten Brauerei, Kollegiumstrasse 4/6, in Schwyz.

Bossert betont, dass er Beeler nicht den Tod wünsche, aber für eine Umnutzung diesen „aus dem Weg“ haben wolle (Bossert: „Während dr Umbauphase mindeschtens usserhalb vo Europa.“)
Umgekehrt sieht Beeler eine grosse Gefahr, wenn Bossert allein und in Eigenregie an eine Umnutzung der Alten Brauerei ginge. (Ohne das Erfahrungswissen eines langjährigen Bewohners und Detailwissen!)
Bossert bezeichnet seinen potentiellen Bauherrn als „paranoid“, dieser wiederum den Planer als „wahnsinnig“. Die Alte Brauerei benötige Einfühlungsvermögen, „keinen Caterpillar-Trax“, so Beeler.

Geld kontra Emotionen
Beeler möchte für seine beiden Lieben und sich selbst eine separate, schöne Wohneinheit. Bossert betr. dem zusätzlich zu schaffenden Wohnraum: „Hen die Geld?“ Beeler ist über dieses materielle „Franken-und-Rappen-Denken“ und das Fehlen von immateriellem Denken bei Bossert erzürnt und zweifelt ernsthaft daran, ob unter solchen Voraussetzungen jemals ein Projekt zustande kommen könne.
„Wenn sich ein Mensch sein ganzes Leben lang für die Familie Beeler und vor allem für mich eingesetzt hat und dann eine dermassen deplazierte Bemerkung wie die von Bossert kommt, löscht es mir ab“, sagt Beeler. Und doppelt nach: „Wer sein ganzes Leben für unsere Familie gearbeitet hat, hat bei mir automatisch ein natürliches Anrecht auf einen persönlichen, schönen und gemütlichen ‚Alterssitz‘ inklusive familiärer Betreuung. Das war schon bei meinem Vater so.“ –

Bossert: „Wer zahlt das?“
Bossert räumt einen Projektierungskredit von Fr. 75’000.– ein. Seine Planungsaufwendungen sieht er bei stolzen Fr. 400’000.– („Das git viiel Arbet!“). Nach der Umnutzung solle die Liegenschaft einen Wert von Fr. 4’000’000.– aufweisen. Bossert: „Die underschti Limite. Besser wäred fünf Millione.“
Bossert möchte möglichst rasch vorwärts machen. Sein erster Vorschlag sieht insgesamt 10 Wohneinheiten auf einer Fläche von 1’380 m2 an der Kollegiumstrasse 4/6 in Schwyz vor. Details dazu finden Sie als PDF unter Konzept GB 845 (Alte Brauerei Schwyz) von Dipl-Ing. und Architekt Paul Bossert

 


 

Bossert hat sowohl am 27. wie am 28. Mai 2004 Urs Beeler telefonisch gedrängt, dass dieser bei der Schwyzer Kantonalbank folgendes Schreiben einbringe (siehe Textkasten unten):

 

Donnerstag, 27. Mai 2004

Sehr geehrter Herr Beeler
Habe Ihren Plan sowie Baureglement und Zonenplan erhalten. Anbei erhalten Sie meine Korrekturen in Ihrem Entwurf sowie Kostenaufstellung, Umnutzungskonzept, welches Sie der Bank unverzüglich einreichen sollten.
Mit herzlichen Grüssen
Paul Bossert (E-Mail: paul.bossert@greenmail.ch)
Hier der Text-Entwurf für die Bank(en):

 

Anfrage/Kreditgesuch (> Vorschlag Bossert)

Schwyz, den xy (Bitte noch stilistisch etwas überarbeiten – kein Blabla)

Sehr geehrter Herr xy

Wir haben über meine Liegenschaft GB 845 bereits schon eingehend gesprochen. Nun möchte ich die Liegenschaft im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten umnutzen und umbauen.
Für diese Tätigkeit fragte ich Dipl.-Ing. und Architekt Paul Bossert an, ob eine Realisierung machbar und möglich wäre.

Paul Bossert gilt als international anerkannter Baufachmann
Mit seinem langjährigen Know How ist er für dieses architektonisch anspruchsvolle Objekt [Anmerkung der Mythen-Post: VIELLEICHT…] „der richtige Mann“. [Anmerkung der Mythen-Post: Das weiss man erst hinterher. Wer gibt die Garantie, dass Bossert keinen Alptraum fabriziert? Kommentar Bossert: „Höri Sie uff!“] Gemäss beigelegtem Umnutzungskonzept mit Kosten- und Verkaufs-Spiegel sollte der Umbau relativ problemlos durchführbar sein. Potentielle Mieter sind bereits akquiriert.

Nun frage ich Sie höflich, ob die Schwyzer Kantonalbank das Bauvorhaben nach Vorliegen von Plänen und Kostenvoranschlag mit einem Baukredit finanzieren würde
Ebenso frage ich Sie, ob die Ausrichtung eines Planungskredites in der Höhe von Fr. 75’000.- erhältlich ist. Die Sicherheiten der Liegenschaft im Umfang von rund 2,5 Millionen Franken [Anmerkung der Mythen-Post: Bossert-Berechnung.] liegen ja in den Händen der Bank.
Gerne erwarte ich Ihre Stellungnahme zum Konzept und der Kreditausrichtung.

Mit freundlichen Grüssen
U.B.

 

Viel Glück

Gruss Bo (E-Mail: paul.bossert@greenmail.ch)
Arch.- & Ing.- Büro Paul Bossert, Rainstrasse 23, CH – 8955 Oetwil a.d. Limmat
Architektur, Baustatik, Bauphysik, Bauchemie, Energietechnik, Expertisen
Wärmedämmtechnik – Bauschaden-Analysen – Energie-Verbrauchs-Analysen
Tel. ++41 (0)1 740 83 93
Fax ++41 (0)1 742 04 56

 


 

Heiteres und Bedenkliches
Urs Beeler fragte Paul Bossert, wie es z.B. bei einem unerwarteten Todesfall des Architekten/Ingenieurs weitergehen solle. Bossert’s Antwort: „Jäh, denn hen Sie Päch gha…“

 

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