Leserbrief vom 6.6.04 an „Bote der Urschweiz“ und „Neue Schwyzer Zeitung“

Im „Bote der Urschweiz“ vom 4. Juni 2004 ist zu lesen, dass meine Liegenschaft am 2. September 2004 versteigert werden soll. (…) sei davon „überrascht“ gewesen. Ich als Eigentümer der Liegenschaft auch!
Im betr. Artikel steht, dass (…) und ich einig gewesen seien. Die Verhandlungen waren bereits so weit fortgeschritten, dass mit der weiteren Abwicklung das Notariat Schwyz hätte beauftragt werden können. Von (…) kam jedoch bis dato kein O.K.
Ein Schwyzer Innenarchitekt reichte etwa zur selben Zeit schriftlich ein Kaufangebot von Fr. 1,6 Mio. ein, reduzierte im Nachhinein aber seine Offerte auf Kauf von sep. Stockwerkeigentum.
Noch vor diesen Verhandlungen erhielt ich vom Betreibungsamt Schwyz eine Faxmitteilung, dass der betreibungsamtliche Liegenschaftswert auf Fr. 1,45 Mio. (Verkehrswertschätzung der Schwyzer Kantonalbank) festgelegt worden sei.

Beim Bezirksgericht Schwyz focht ich dies an und bekam Recht
Daraufhin hätte eine Neuschatzung inkl. Besichtigung erfolgen sollen, die Fr. 2’000.– gekostet hätte. Weil sich die Liegenschaft seit Jahren in unverändertem Zustand befindet und sich gleichzeitig auch noch ernsthafte Kaufinteressenten gemeldet hatten, verfolgte ich dann das Thema „betreibungsamtlicher Schatzungswert“ nicht weiter.

Im Jahre 1998 hatte die Kantonale Schatzungskommission den Wert der Alten Brauerei mit Fr. 1,602 Mio. bestimmt
Ich focht damals diesen Anrechungswert an. Das Verwaltungsgericht Schwyz bestätigte jedoch den Preis von Fr. 1,602 Mio. und wies meine Einsprache vollumfänglich ab.
Wenn Sie nun zwei unabhängige schriftliche Angebote (eines über 1,52 Mio. und das andere über Fr. 1,6 Mio.) auf dem Tisch haben, sollten Sie im Normalfall davon ausgehen können, dass Sie damit als Verkäufer abgesichert sind. Kommt nun aber von beiden Interessenten kein O.K. und lesen Sie im Schwyzer Amtsblatt plötzlich, dass Ihre Liegenschaft versteigert werden soll, dann sehen Sie recht alt aus!

Konnten die Interessenten für die Liegenschaft GB 845 das nötige Geld nicht aufbringen?
Ging/geht es darum, mich in eine Versteigerung hineinschlitteln zu lassen, damit die Alte Brauerei zum Schnäppchenpreis gekauft werden kann? Ich weiss es nicht!
Zum Glück hat das Betreibungsamt Schwyz den Versteigerungstermin erst auf den 2. September 2004 angesetzt. Das gibt mir noch Zeit zu reagieren.

Um die Liegenschaft finanzieren zu können, benötigt (…) (laut „Bote“) ein Eigenkapital von Fr. 200’000.–. (…) Das gleiche Kapital ist von mir in der Liegenschaft parkiert
Was lehrt diese Gesichte? Wenn sich Interessenten melden, die zwar schriftlich Kaufabsichten melden, aber zum Schluss nichts notariell festgelegt werden kann, läuft die Sanduhr ab und es kann sogar die Zwangsversteigerung drohen.

 

GIBT ES EINEN AUSWEG? JA!

Man könnte eine juristische Person gründen und an der Kollegiumstrasse 4/6 in Schwyz eine Umnutzung (verknüpft mit Vermietung oder Verkauf von Stockwerkeigentum) realisieren.
Wie ich mir das konkret vorstelle, habe ich unter www.mythen-post.org/ ausführlich dargelegt. Damit könnte auf GB 845 u.a. ein MCS-Wohnprojekt (Pionierprojekt!) realisiert werden, es gäbe Aufträge für unabhängige, kleine und mittlere Handwerksbetriebe, eine höhere Wertschöpfung usw.

Dipl-Ing. und Architekt Paul Bossert, Oetwil an der Limmat, hat berechnet, dass damit für mich immer noch eine Eigentumswohnung im Wert von Fr. 700’000.– oder der entsprechende Betrag in bar herausschauen würde
Was soll nun aus Beeler werden? Soll ich via Zwangsversteigerung pleite gehen und zum Sozialfall werden, damit meine Feinde erzählen können, ich hätte es verpatzt? Oder soll eine Umnutzung mit dem unabhängigen Teil des Schwyzer Gewerbes realisiert werden und sollen meine Gegner vor Neid platzen und sagen, statt dass Beeler finanziell ruiniert worden sei, hätte ich er es sogar aus praktisch auswegloser Situation geschafft und sei dabei auch noch „reich“ und gesellschaftlich angesehen geworden? Eine spannende Situation!
Urs Beeler, Schwyz

 

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