Neues Layout in Planung – technisch ein Riesenschritt nach vorn

Neues Layout in Planung – technisch ein Riesenschritt nach vorn 10 Jahre Mythen-Post – mit Freude und Schwung in die Zukunft! Im September 1990 wurde die Mythen-Post von Urs Beeler gegründet.

Im Herbst des Jahres 2000 konnte die Mythen-Post ihr 10-Jahr-Jubiläum feiern.
Franz Müller, Seewen, stellte Herausgeber Urs Beeler ein paar Fragen:

10 Jahre vergehen schnell. Woran können Sie sich spontan erinnern?
An den nicht einfachen Start 1990. Wobei das wahrscheinlich bei jedem Geschäft der Fall ist.

Was machten Sie vorher?
1984 technischer Redaktor in Zürich. Danach Lehrertätigkeit im Talkessel Schwyz, Einsiedeln und Kanton Zug (Primar-, Real- und Sekundarschule).

Wie kamen Sie auf die Idee, eine eigene Zeitschrift zu gründen?
Das ergab sich damals. Postverwalter Fritz Muff, Brunnen, ermutigte mich, ein Produkt im Heftformat zu machen.

Wenn man die Ausgaben anfangs der Neunzigerjahre anschaut, so ist das Heft stark kommerziell gemacht. In der zweiten Hälfte änderte sich das. Weshalb dieser Wechsel?
Für den Anfang war das wohl richtig. Später kamen diverse Gratisanzeiger in der Region auf den Markt. In jeder Zeitung wurde eine Gemeinde inkl. Gemeindepräsident, lokale Feuerwehren, Sport- und Musikvereine etc. vorgestellt – dem gegenüber Werbung. Das wurde soweit getrieben, bis sich kaum einer mehr dafür interessierte.

Satz und Bilder werden im Haus hergestellt. Die Seitenmontage der Filme erfolgt später in der Druckerei.
Eine saubere Archivierung nach Kunden bzw. Themen erleichtert die Arbeit.

So begannen Sie redaktionell neue Wege zu gehen…
Es kann ja nicht Aufgabe einer Zeitung sein, einfach nur Inserate zu verkaufen. Meiner Meinung nach muss eine Zeitung die Leser mit nützlichen Informationen versorgen.

Aber geschieht das nicht bereits…
Kennzeichen der heutigen Medien ist, dass zwar sehr viel geschrieben und gesagt wird, aber das Wesentliche weggelassen wird.

Warum glauben Sie, ist das so?
Einerseits ist es sicher Bequemlichkeit. Man geht lieber den Weg des geringsten Widerstandes. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass die Wirtschaft heutzutage einen starken Einfluss auf die Medien ausübt. Bestimmte Themen werden einfach ausgeklammert. Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass Waschmittel, Kosmetik, Hygieneprodukte etc. im Fernsehen, in Zeitschriften usw. (fast) tabu sind. Der Grund liegt darin, weil die Produzenten die Medien mittels Werbung finanzieren und sie so praktisch in der Hand haben.

Können Sie weitere Beispiele geben?
1998/99 hat man gesehen, wie die Isolationslobby ihre Interessen vertritt. Die Kreise wollten unter allen Umständen verhindern, dass bekannt wird, welche gravierenden Nachteile Glas- und Steinwolle als Isolationsmaterialien aufweisen. Wüssten die Leute nämlich über die Nachteile (Juckreiz, Allergieauslöser, Partikelbelastung, ev. Krebsrisiko, „Plastiksackeffekt“) Bescheid, würde der Markt bald einmal zusammenbrechen.

Berüchtigte Glaswolle-Isolation im Mythen-Center, Ibach-Schwyz.

Ein anderes Beispiel: 1996/97, als die Mythen-Post über Tierfabriken im Kanton Schwyz berichtete. Widerlegt werden konnte nichts. Ein Riesenaufstand. Gewisse Kreise fühlten sich betroffen und mobilisierten zum Boykott. Drei Jahre später greift die Neue Schwyzer Zeitung dasselbe Thema auf und bringt im Prinzip das, was wir vor drei Jahren brachten. Jetzt aber ist es „gesellschaftlich anerkannt“.


Welche Erinnerungen haben Sie daran?
Bei den Kunden und Lesern wird die Spreu vom Weizen getrennt. In solchen Extremsituationen sieht man den wahren Charakter der Menschen. Ich hätte vorher nicht geglaubt, dass es soviele „Höseler“ im Talkessel gibt.

Solche direkten Worte werden manche nicht gerne hören…
Ich sage nur, wie es ist.

Warum setzen Sie sich seit Jahren so kompromisslos für „höhere Ziele“ ein?
Wir leben hier in einer einmalig schönen Gegend. Schauen Sie einmal die herrliche Stimmung an einem prächtigen Föhntag im Herbst an! Strahlend blauer Himmel, klare Luft, einfach paradiesisch und von keinem Künstler zu überbieten! Diese Stimmung sollte in uns sein. Schwyz sollte eine Vorbildfunktion erfüllen. Die Voraussetzungen sind da. Man muss sie nur nutzen!

Von Gegnern werden Sie öfters als „Ketzer“ bezeichnet. Können Sie ein paar Beispiele geben…
Gerne. – „Holz isch heimelig“ als Aufkleber auf dem Auto des Schreinermeisters. In der Praxis wird massenhaft mit Spanplatten und Glaswolle hantiert. Sind diese Produkte „heimelig“?
Oder ein Aufkleber „Ich fahre umweltfreundlich mit Raps“ auf einem Berner Car, der in Brunnen in auffälligem Schneckentempo auf die Autobahneinfahrt einbiegt. Der hinterherfahrende Verkehr wünscht sich eine Gasmaske, weil die Abgase dieses „umweltfreundlichen“ Busses dermassen stinken.
Oder die „umweltfreundliche Holzenergie“, die heute propagiert wird, und gewisse Gewerbekreise ausrasten, wenn dann über den Schadstoffausstoss herkömmlicher Holzheizungen berichtet wird oder einfach Bilder vom starken Qualm gezeigt werden.

Stop, Stop! Wie sind die Reaktionen, wenn Sie solches sagen?
Viele sind dann „böse“, nicht auf die Verursacher, sondern auf mich, der den Schwindel aufdeckt. Es mag paradox sein, aber viele Leute scheinen lieber die Lüge zu mögen als die Wahrheit.

Sie kritisieren auch den heutigen Konsumentenschutz. Warum?
Ehrlicher Konsumentenschutz müsste zur Industrie sagen: „Stellt endlich Produkte her, damit es uns nicht mehr braucht!“ Der heutige Konsumentenschutz jedoch funktioniert anders: Man arrangiert sich mehr oder weniger mit der Industrie.

Aber ist Ihre Art der kompromisslosen Aufdeckung nicht gefährlich?
Kaufmännisch betrachtet ja. Die Mythen-Post ist eine einmotorige Maschine für den Kunstflug, die gern am Limit geflogen wird. Wenn ein paar Nieten herausfliegen, wird am Boden die Sache untersucht und verbessert. Dann geht’s wieder los…

Wie sehen die Erfolge der Mythen-Post aus?
Ich denke hier an die Pionierarbeit im Umweltschutz (der Kampf für eine umweltfreundliche Grünabfallentsorgung wird kompromisslos weitergeführt), Tierschutz etc. Es werden immer mehr Ställe auf tierfreundlich umgestellt. Dank dem kompromisslosen Einsatz der Mythen-Post bleibt der St. Martinstag (11. November) in Schwyz so erhalten, wie er ist [Anmerkung der Redaktion: Wurde später trotz Verwaltungsgerichtsentscheid total verwässert.] Zahlreiche Kleingewerbler, die neu anfingen, wurden durch die Mythen-Post bekannt und konnten sich in den vergangenen Jahren erfolgreich etablieren.

Dank dem Einsatz der Mythen-Post blieb der 11. November (Martinstag) in Schwyz weiter ein Feiertag.

Wenn man bedenkt, wurde Ihr Engagement eigentlich bis heute ungenügend belohnt…
Finanziell trifft dies zweifellos zu. Mit dem muss ich offenbar leben.

Hätte man nicht noch mehr Positives erreichen können?
Man hätte sicher einige negative Entwicklungen, die im Talkessel Schwyz in den vergangenen Jahren passiert sind, verhindern können. Aber das setzt Unterstützung voraus. Diese aber hat in der Regel stets gefehlt. Charakteristisch für den Talkessel Schwyz.

Baubiologie war in den vergangenen Monaten ein wichtiges Thema in der Mythen-Post. Weshalb?
Heutzutage werden Häuser gebaut, die baubiologisch gesehen eine Katastrophe sind. Ich denke hier vor allem an die berüchtigten KMFs. Solche Objekte sind bereits im Neuzustand Sanierungsfälle. Ist das sinnvoll? Ist das nicht Betrug am Bauherrn? Unnötiger Verschleiss an Arbeitszeit und Ressourcen?
„Boykott, Boykott!“ zu rufen, hilft hier gar nichts. Die betr. Kreise betrügen sich so nur selber.

Aber wenn Sie kritisieren, machen Sie viele Leute abspenstig…
Ich glaube, es gibt keinen anderen ehrlichen, effizienten Weg. Am Anfang muss aufgedeckt, entlarvt, aufgeräumt werden. Nur so kann man sich später wohl fühlen. Dann macht die Arbeit auch wieder richtig Freude.
Wenigstens lokal sollte es möglich sein, klüger zu handeln als die anderen. Wenn andere Mist bauen wollen – bitte sehr! Aber wir Schwyzer nicht! [Anmerkung der Reaktion: Leider funktioniert die Realität nicht so idealistisch.]

Mit der KMF-Lobby hatten Sie eine heftige Auseinandersetzung. War die wirklich nötig?
Hundertprozentig! Es darf nicht sein, dass Leute, die ein Haus bauen oder renovieren wollen, irgendwelchen Isolationsmist untergejubelt bekommen. Man muss die Leute aufklären, damit sie sich nachher selber frei entscheiden können. Das können sie aber nur, wenn sie umfassend informiert sind.
Ich würde Glas- und Steinwolle als Isolation nicht einsetzen, selbst wenn ich diese Materialien gratis bekäme. Die Nachteile sind dermassen gravierend, dass man besser bedient ist, wenn man von diesen Produkten absieht.

Warum haben Sie nicht Holzfaserdämmplatten als Alternativen gebracht?
Wollte ich ja! Bei der Firma Pavatex bestellte ich Unterlagen, bekam jedoch keine. Als ich telefonisch nachfragte, sagte mir Herr Burgener, die Mythen-Post hätte zwar mit ihrer Argumentation betr. KMFs grundsätzlich recht. Die Produkte von Pavatex und der KMF-Hersteller würden sich jedoch in bestimmten Bereichen ergänzen. Man wolle sich da nicht einmischen.

„Häfeli-Deckeli“-Mentalität?
Ich nenne so etwas Inkonsequenz und Feigheit.

Was kann man dagegen tun?
Niemand muss mit Sondermüll isolieren. Wir leben im Zeitalter der freien Marktwirtschaft. Es gibt Alternativen und gute Produkte aus dem Ausland.

Was wäre Ihr Wunsch fürs Gewerbe?
„Wenn bauen oder renovieren, dann bitte richtig! Gebt euer Bestes und seid gerade und ehrlich zueinander!“

Kritiker nennen Sie „gewerbefeindlich“…
Das sind genau die Bescheuerten, die keine Argumente haben.
Wenn ich sage, dass das Versprühen giftiger Holzschutzmittel in Dachstühlen dumm, schädlich und unnütz ist, bin ich für gewisse verknorzte Zimmerleute „gewerbefeindlich“.
Wenn ich tierquälerische Kastenstände für Mutterschweine kritisiere, bin ich „landwirtschaftsfeindlich“. Was soll das für eine Landwirtschaft sein, die Tiere in Folterkäfige sperrt?
Geradezu verwerflich ist es, wenn sich Landwirtschaftsvertreter noch mit Tierquälern solidarisieren, was 1997 passiert ist.
Weil ich für ein anständiges Gewerbe, für eine tierfreundliche Bio-Landwirtschaft bin, kritisiere ich die Heuchler und Falschen in diesen Bereichen. (Erst dann ist ehrliche Arbeit wieder möglich.) Ich habe grosse Achtung vor dem Bauern, der gut zu seinem Vieh schaut und seinen Betrieb umweltfreundlich und mit Freude führt. Und vielleicht bin ich einer der wenigen, der wirklich weiss und schätzt, was die Fleissigen und Ehrlichen im Gewerbeleisten!

Unabhängige Gewerbetreibende wie Robert Marty (Schuehüsli Marty, Brunnen – Geschäft leider zwischenzeitlich aufgegeben) waren typische langjährige Kunden der Mythen-Post.

Die Mehrheit haben Sie mit dieser kompromisslosen Art vermutlich nicht auf Ihrer Seite…
Ich verlange nicht, dass jedermann Sympathien gegenüber der Mythen-Post bekundet. Aber eines sollten alle wissen: Der Beeler meint es gut, wenn manche es vielleicht auch nicht immer auf den ersten Blick erkennen.

Macht das nicht manchmal Mühe mit Kunden, die diese etwas direkte Art nicht gewohnt sind?
Das kommt vor. Kurzfristiges Denken, „Profit um jeden Preis“ bringt jedoch nichts. Die Wellenlänge zum Kunden muss stimmen. Man muss einfach ehrlich sein. Wenn man sich versteht, ist das die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche geschäftliche Zusammenarbeit.
Angriffe von aussen waren jeweils eine Belastungsprobe, haben dann die Beziehung entweder bereinigt oder noch verstärkt.
Umgekehrt gibt es tatsächlich Gewerbebetriebe, die mit der Mythen-Post „inkompatibel“ sind. Das ist aber wohl generell im Geschäftsleben so und man muss es akzeptieren.

Wie sehen Sie die Zukunft der Mythen-Post?
Die Themen Konsumentenschutz, Baubiologie, Tierschutz werden noch so lange gebracht, wie es nötig ist. Da stehen noch einige (leider nötige) Auseinandersetzungen auf dem Programm. Wenn diese Phase abgeschlossen ist, kann dann dem Bereich Unterhaltung und Humor mehr Raum geschenkt werden. Ich freue mich darauf!

Haus von Hettlingen an der Rickenbachstrasse in Schwyz. Bild vom Sept. 2000: Die Grünabfallentsorgung in der Gemeinde Schwyz funktioniert immer noch nicht tadellos. Woran liegt es? Weil Heinz von Hettlingen früher selber bei der Gemeinde Schwyz als Beamter tätig war?
Weshalb schreiben Sie nicht jetzt schon mehr Positives?
Es nützt der Öffentlichkeit im Moment mehr, wenn die Mythen-Post sich den Dingen annimmt, die noch nicht sauber funktionieren.

„Beissen“ Sie sich deshalb bei manchen Themen so fest?
Ja, weil es nötig ist. Die üblichen Medien machen das nicht. Ein Beispiel: Das ZDF bringt alle paar Jahre eine Sendung über Tiertransporte. Drei Jahre später kommt wieder eine Sendung und man stellt fest, dass sich nichts verändert hat. Die gleichen schrecklichen Zustände. Würde man hier einmal kompromisslos dranbleiben und im grossen Stil richtig Druck machen, würde man grundlegende Verbesserungen erzielen. Aber dann kommen natürlich wieder die Höseler, die sagen, man solle „nicht extrem“ sein. Sind nicht die skandalösen Zustände in der EU (KZ-Haltung von Hühnern etc.) vielmehr extrem? Ist es nicht krank zu sagen: „Damit müssen wir uns halt abfinden“? – Wer Unrecht nicht angreift, befiehlt, dass es getan werde!

Feiglinge vertragen Sie gar nicht…
Die „Höseler“ überlegen sich nicht, ob ein Gedanke richtig oder falsch ist, sondern sie müssen zuerst schauen, auf welcher Seite mehr Leute stehen. Und dort, wo mehr stehen, gehen sie dann auch hin (ob es nun richtig oder falsch ist). Für mich ist derartiges Denken total fremd.

Manchmal schiessen Sie journalistisch mit scharfem Geschütz. Glauben Sie nicht, dass Sie auch Unbeteiligte treffen können?
Bevor ich eine Aktion starte, überlege ich mir sehr genau, wie vorzugehen ist. Die Mythen-Post bringt dann ein Thema, wenn es nötig ist.

Bei verantwortungslosem Handeln sehen Sie rot. Können Sie dazu ein Beispiel geben?
Ein Elektriker sagte mir neulich, als ich mit ihm über das Thema Asbest in Eternitplatten sprach. „Ja, in 60 Jahren tut uns das (der Asbest) nicht mehr weh…“ – Was soll diese Denkweise? Sollen wir den ganzen Müll den Jungen überlassen? Diese Denkweise findet man heutzutage leider vielerorts: „Nach uns die Sintflut!“ Ich meine: Wir müssen Vorbilder sein und Verantwortung tragen, nicht denken: „Die Jungen sollen dann den Seich auslöffeln!“
Es ärgert mich, wenn einfach – ohne Verantwortung – „gebüezt“ wird. An dieser Mentalität muss sich in Zukunft einiges ändern.

Ist die Mythen-Post nicht zu stark durch Ihren persönlichen Stil geprägt?
Ich bin für Vorschläge immer offen. Wer mich kennt, weiss das. Man muss mich aber mit guten Argumenten überzeugen können.

Sie sind „berüchtigt“ dafür, dass Sie alles und jedes kritisieren. Wie funktioniert da die Produktion der Mythen-Post?
Da kann ich nur sagen: Ein grosses Kompliment an die [Anmerkung der Redaktion: ehemalige] Druckerei Kürzi in Einsiedeln. In sämtlichen Bereichen sind langjährige Fachkräfte am Werk, die ihr Bestes leisten. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Frau Ruth Schönbächler und Herrn Michael Hetzler (Druckvorstufe, beide Spitze! – darüber hinaus mein persönliches Dream-Team!), Herr Walter Reichmuth (Ausrüsterei – supergenau und die beste, die ich bis heute erlebt habe), Herr Matthias Fässler und Herr Tony Fässler, Herr Edgar Kälin (Drucker), Herr Bruno Ochsner (sorgt seit Jahren für eine perfekte, freundliche Auslieferung), dann das Sekretariat (Frau Kälin), Satz (Herr Kälin, Frau Füchslin).
[Anmerkung der Redaktion: Die jahrelang „fast zu gute“ Zusammenarbeit mit der Druckerei Kürzi machte „träge“. Dadurch, dass nur ein vereinfachtes DTP betrieben wurde (die Bilder, Inserate und Logos machte/verarbeitete zu viele Jahre die Druckerei) wurde zwar einerseits Zeit eingespart, die aber andererseits für die Herstellung von Druckmustern, Kontrolle der Blaupausen etc. wieder draufging. Es wäre gescheiter gewesen, bereits früher auf ein vollständiges DTP umzusteigen und das Heft bei einer kostengünstigeren Druckerei produzieren zu lassen.
Dass die Mythen-Post von 1993 bis 2002 bei Kürzi in Einsiedeln hergestellt wurden, entsprach Beelerschem „Wertkonservativismus“, begründet auf Ängstlichkeit vor Neuerungen, einer gewissen Bequemlichkeit und zu wenig ausgeprägtem wirtschaftlichen Denken. Die mangelnde Flexibilität führte dazu, dass die Mythen-Post das faktische Ende der Druckerei Kürzi in Einsiedeln mitmachte, statt vorher auszusteigen bzw. umzusteigen.
Vielleicht wäre es aber auch besser gewesen, die Mythen-Post bereits im Jahre 1998 einzustellen, da es nach den Inserate-Boykotten wirtschaftlich „nur noch abwärts“ ging. Aber erstes weiss man das zum betreffenden Zeitpunkt nicht und zweitens wollte Beeler zu der Zeit „seine journalistische Mission“ nicht aufgeben bzw. sich beweisen mit „Jetzt erst recht!“
Gescheiter wäre es gewesen, sich auf den Erhalt der Alten Brauerei Schwyz zu konzentrieren und die Mythen-Post aufzugeben als an zwei Fronten zu kämpfen und schliesslich alles zu verlieren.]

Die Druckerei Kürzi in Einsiedeln. Hier wurde die Mythen-Post von 1993-2002 hergestellt.

Hätte nicht die Mythen-Post längst eine Schönheitskur fällig?
Die Renovation der Mythen-Post ist schon längere Zeit ein Thema. Ein neues Layout für die Jubiläumsausgabe war angekündigt. Mittlerweile aber ist es zu Verzögerungen gekommen.
Walter Kümin, Kümin Medien Design, Zürich, ein ehemaliger Arbeitskollege (bei ARMADA in Zürich), kreierte in diesem Frühling einige völlig neue [Anmerkung der Redaktion: Wirklich professionelle im Gegensatz zu „home made“!] Vorschläge. Kümin ist bekannt als Designer/Grafiker von „Annabelle“, „Bilanz“ und anderen Zeitschriften. Ich hoffe, dass wir auf Ende Jahr ein hübsches neues Outfit für die Mythen-Post finden werden.
[Anmerkung der Redaktion: Leider wurde auch die Chance aus Ängstlichkeit vor dem Neuen, Bequemlichkeit und „Wertkonservativismus“ verpasst. Wobei Beeler vielleicht schon zu der Zeit die Mythen-Post innerlich aufgegeben hatte. Wozu dann noch Neues ausprobieren?
Tatsächlich brachten später weder der Umstieg auf Zeitungstabloid-Format im Jahre 2002 noch A4-Magazinformat im Jahre 2003 den erhofften „wirtschaftlichen Return“.]

Ein Entwurf von Walter Kümin, Kümin Medien Design GmbH, Zürich.

Warum ging das so lange?
In manchen Dingen bin ich sehr konservativ. Es braucht handfeste, gute Gründe und es muss wirklich Vorteile haben, sonst bleibe ich jeweils lieber beim Alten. [Anmerkung der Redaktion: Jahrelang verpasste Beeler es völlig, dass man ein Produkt (dazu gehört auch ein Printmedium) über die Optik/das Design verkaufen muss!]

Wie sehen Sie die wirtschaftliche Zukunft der Mythen-Post?
Wenn es die Gewerbler „checken“, sehe ich die Zukunft sehr positiv. Die Mythen-Post bietet ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis, einen hohen Beachtungsgrad und einen zuvorkommenden Inserate-Service. Gute, seriöse Geschäfte und Handwerksbetriebe inserieren in der Mythen-Post. Wer also z.B. ein Haus bauen will, kann sich als Leser hier informieren. Das sind gut Verkaufsargumente. Und für 2001 steht ein grosser technischer Innovationsschub auf dem Programm. [Anmerkung der Redaktion: Besser nichts sagen, stattdessen mit konkreten TATEN überzeugen!]

Besten Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!
Das wünsche ich Ihnen auch!

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