Was viele Konsumentinnen und Konsumenten nicht wissen – ein Beitrag vom Dezember 1999

Von Dr. Erwin Kessler

Schaleneier aus der berüchtigten Käfighaltung sind praktisch nur noch bei Denner erhältlich.

Seit vielen Jahren besteht die Forderung des Tier- und Konsumentenschutzes nach einem Importverbot für Batterie-Eier oder zumindest nach einer Deklaration. Der Bundesrat hat entsprechende Vorstösse stets mit dem Hinweis auf die „Handelsfreiheit“ abgelehnt.

Konsumenten wollen keine KZ-Eier
Mittlerweile sind Batterie-Eier praktisch nur noch bei Denner erhältlich. Migros und Coop verkaufen keine mehr, da Tierquälereier von den Konsumenten nicht gefragt sind. Dies gilt allerdings nur für Schaleneier. In Fertigprodukten, wo es dem Konsumenten kaum auffällt, verwenden Coop und Migros weiterhin (abgesehen vom Bio-Sortiment) Käfigeier – ohne Deklaration. Rund die Hälfte des Ei-Konsums in der Schweiz sind importiere Käfigeier (!), die von der Nahrungsmittelindustrie verarbeitet und in Fertig-Produkte versteckt werden!

Die Schweizer Lebensmittelindustrie kauft heutzutage massenhaft Käfigeier aus dem Ausland; diese werden dann in verschiedenste Fertig-Produkte verarbeitet, ohne dass der Konsument etwas davon erfährt.

Landesregierung schaltet langsam
Nun kommt wie die alte Fasnacht der Bundesrat mit seiner „Innovation“, einer Deklarationspflicht für Schaleneier, just in einem Zeitpunkt, wo diese kaum mehr praktische Wirkung haben wird – nicht einmal bei Denner, weil dort vor allem Konsumenten einkaufen, die meistens sowieso kaum Deutsch lesen können. Ausgeklammert von der Deklarationspflicht sind Ei-Zutaten in Fertigprodukten – weil sich dies praktisch auswirken würde!

Hinhaltungs- und Beschwichtigungspolitik
Der staatliche Tier- und Konsumentenschutz in der Schweiz wird konstant so betrieben, dass der skrupellose Umgang mit Tieren und Konsumenten nicht beeinflusst wird, die Öffentlichkeit aber die Illusion hat, es werde etwas getan.

 

Tierschutz