Editorial von Herausgeber Urs Beeler

 

Urs Beeler: „Jetzt entscheiden Sie!“

Liebe Leserinnen und Leser

Ich habe vor 12 Jahren die Mythen-Post gegründet, nicht, um damit „das grosse Geld“ zu verdienen, sondern weil ich glaubte, Schwyz benötige einen journalistischen Gegenpol, man könne hier gesellschaftlich etwas Positives leisten.
Je klarer und deutlicher jemand sagt, was Sache ist, desto grösser ist die Furcht der Leute. Die meisten vertragen die Wahrheit nicht. Das weiss ich seit Jahren. Ich habe mir jedoch immer gesagt: in der Masse der Gewerbler wird es sicher auch noch eine anständige, unabhängige Minderheit geben und auf der baue ich die Mythen-Post auf. Eine solche Geschäftsstrategie bedeutet finanzielle Einbussen. Aber die haben mir bis heute eigentlich nie viel bedeutet.
„Lieber klein, dafür unabhängig bleiben“, sagte ich mir immer.

Klarheit geschaffen und schaffen
Ich habe mich all die Jahre hindurch bemüht, für positive Dinge einzustehen und Falsches zu kritisieren. Das hat mir eine Vielzahl von Gegnern eingebracht. Ich habe ihre Argumente aufgenommen und dann „auseinandergenommen“. Reiches Textmaterial dazu findet man heute im Internet.
Es ging mir dabei darum, klassische Denkfehler aufzuzeigen in der Hoffnung: wenn solche Fehler blossgestellt würden, die Einsicht käme. Dem ist – die Praxis zeigt es – leider nicht so. Die meisten Leute sitzen lieber auf ihren Fehlern und halten an ihnen fest. Sie rufen noch „Boykott, Boykott“ – selbst wenn ihre Argumente schon längstens widerlegt sind.
Ich habe mich mit den Mythen-Post Gegnern in den vergangenen Jahren so intensiv auseinandergesetzt, dass dazu eigentlich alles festgehalten ist, was es zu sagen gibt. Von dieser Gegner-Seite kommt auch nichts mehr.

Geradlinig
Wenn ich weiss, dass ich im Recht bin, ziehe ich eine Sache durch. Doch eben anders die meisten Leute: Es sind Windfahnen. Wenn die Mehrheit auf der Seite von Tierquälern ist, möchten sie nicht abseits stehen. Wenn der Grossteil gegen Umweltschutz ist, sind sie auch dagegen. Es geht nicht um „richtig“ oder „falsch“, sondern bei der Mehrheit zu sein. Eine solche Mentalität widert mich zutiefst an. Wenn man einen Standpunkt hat, dann bitte aus eigenem Denken!
Ich bin nicht bereit, mich kleinkariertem, furchtsamen Mentalitäten journalistisch auch nur in irgend eine Weise anzupassen.
Entweder ist das, was ich schreibe richtig und verdient Unterstützung – oder aber es ist Zeit aufzuhören.

Die journalistische Marktnische ist vorhanden
Es gibt schon mehr als genügend Zeitungen auf dem Schwyzer Markt, die sich auf die Verbreitung von Unwichtigem spezialisiert haben und „die Anpassung“ als das Höchste ansehen. Die Mythen-Post muss hier nicht noch ins selbe Horn blasen, sondern im Gegenteil eine eigenständige Linie fahren mit anderen Themen.

Kleinkarierte Kunden als Ablöscher
Weil die Mythen-Post Homepage eine erfreulich hohe Besucherfrequenz aufweist, hatte ich mich im September/Oktober 2002 entschlossen, über 50 Firmen-Homepages von bisherigen Kunden zu machen und zu absoluten „Freundschaftspreisen“ (weil es sich ja um bekannte Kunden handelte) zwischen Fr. 150.- bis Fr. 350.- ins Internet zu stellen. Diese Arbeit macht zu diesem Preis niemand. Aber ich sagte mir: Es handelt sich um Kleingewerbler, die aufs Geld schauen müssen; es soll günstig sein.
Ferner weiss ich über die Werbestärke des Internets. Bruno Betschart, Muotathal, konnte seinerzeit einen grossen Teil seiner Total-Liquidation via einer Werbung auf der Mythen-Post Homepage in die Ostschweiz verkaufen (nicht über das Heft!). Über positive Erfahrungen berichtet u.a. auch Franz Müller, Berufsbekleidung, Seewen, der mit seiner Homepage Kunden aus der ganzen Deutschschweiz anspricht.
Wie gesagt: Ich weiss, dass die Internet-Werbeidee gut ist und funktioniert. Ich muss dazu nicht noch extra Anzug und Krawatte anziehen und parfümiert als „Geschäftsmann“ durch die Gegend rennen. Die Reaktion bei den langjährigen Kunden: riesige Zurückhaltung! Obwohl Text und Bilder gut sind und die Homepages eine hohe Besucherfrequenz aufweisen und Kunden bringen!

Rechenbeispiele
Nein, man macht lieber für Fr. 1’000.– oder Fr. 2’000.– eine Werbung auf einem Tisch-Set, das man – mit Pech – nicht einmal in einem bekannten Restaurant sieht. Oder man lässt für Fr. 2’000.–, Fr. 3’000.– oder mehr eine eigene Homepage herstellen, die nach einigen Monaten eine Besucherzahl von 100 oder 200 aufweist und wettert dann, dass das Internet „nichts bringe“. Schweigend wird im Gegensatz dazu das teure Pflichtinserat bezahlt, das auf Beschluss des Schwyzer Gewerbefilzes bei Triner gedruckt wird…
Die Rückgratlosigkeit von gewissen Schwyzer Gewerblerinnen und Gewerblern, ihre Kleinkariertheit, welche ich die Jahre durch erfuhr, habe ich wirklich satt! Wenn diese Leute offenbar unfähig sind, zu erkennen, wieviel günstiger die Mythen-Post als die Konkurrenz ist und welches positive Engagement dahintersteht, dann kann ich nicht mehr helfen! Ich habe wirklich die Nase voll, hier noch weiter Überzeugungsarbeit leisten zu müssen. Wer es nach 12 Jahren nicht kapiert hat, wird es vermutlich nie begreifen

Ist alles in Butter?
Wegen meiner scharfen Kritik und Warnung vor gesundheitsschädigender Glas- und Steinwolle bin ich zu 20 Tagen Gefängnis und Fr. 3’000.– Busse verurteilt worden. Die praktische Logik daraus:
Das Schwyzer Zimmerei- und Dachdeckergewerbe (die KMF-Lobby wurde durch Betschart Steil- und Flachbedachungen, Illgau, auf die Beiträge in der Mythen-Post aufmerksam gemacht), Isolationsfirmen, Baugeschäfte können weiter KMF-Isolationssondermüll-Altlasten errichten. Niemand hindert sie daran. Im Gegenteil. Das Errichten von Sondermüll-Altlasten wird ja noch durch den Kanton gefördert! Ein Sieg auch für Bauherren und Hauseigentümer, Asthma- und Lungenkranke? Ein Sieg für die Gesundheit und Umwelt?
Und was ist eigentlich mit all den grossartigen Schwyzer Firmen, welche die Mythen-Post seit vielen Jahren boykottieren, weil wir uns angeblich „zu stark für Konsumentenschutz, Umweltschutz und Tierschutz engagieren“. Warum spricht hier niemand von unlauterem Wettbewerb?
Haben Sie immer noch das Gefühl, es gehe hier um Recht und Gerechtigkeit?
Das Apotheker- und Drogistengewerbe (natürlich nicht nur die!) kann ungehindert allergieauslösende Öko-Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel für Allergiker (!) verkaufen. Der Staat findet das in Ordnung. – Ein Sieg für die Konsumenten? Ein Sieg für die Allergiker und MCS-Kranken in diesem Land? Ein Sieg für die Gesundheit?

Wie gut meint es der Staat?
Derselbe Staat, der für solche Rechtssprechung verantwortlich ist, lässt Tierquälereien zu: das grausame Kastrieren von Ferkeln ohne Betäubung, Enthornen, Kastenhaltung von Kaninchen, Kastenstandhaltung von Mutterschweinen usw. Für die Tierquäler gibt’s weder Busse noch Gefängnis. Es ist ja alles staatlich legalisiert!
Ähnliches im Umweltschutz. Schauen Sie sich einmal die Bilder über den Umweltschutz-Schlendrian im Kanton Schwyz unter dem Stichwort „Umweltschutz“ an. Fragen Sie sich, wie solche Umweltschutz-Schweinereien trotz angeblich so korrekten Behörden ablaufen können. Hier sieht die Rechtssprechung eben anders aus. Stupide Luftverpester müssen weder hohe Bussen zahlen noch kommen sie ins Gefängnis. Mehr: Sie werden von der Schwyzer Justiz sogar noch freigesprochen (vgl. Schwyzer Spitalgärtner in Heft 12/02).

Schon mal darüber nachgedacht?
Wem in der Schweiz seine persönliche Freiheit und Unabhängigkeit wichtiger ist als das Militär, dem blühen locker 5 Monate Gefängnis. (Merke: Freiheit verteidigen zu müssen, ist ein Widerspruch in sich!)
Wer sagt, Zivilschutz sei Leerlauf und sich weigert, an solchen Kursen teilzunehmen, kassiert mindestens 30 Tage Gefängnis.
Wer das tierquälerische Schächten mit scharfen Worten kritisiert und hartnäckig daran festhält, kommt gar auf 9 Monate Gefängnis.
Aus dieser Sicht heraus ist es nur logisch, dass ich wegen meiner Kritik an Glas- und Steinwolle sowie parfümierten (allergieauslösenden!) Waschmitteln zu 20 Tagen Gefängnis und Fr. 3’000.– Busse verurteilt werde. Ich hätte nur „taktvoller“ formulieren sollen. Mit anderen Worten: Ich hätte so schreiben müssen, dass sich niemand betroffen fühlt und sich ja nichts zum Besseren ändert!

Was ich will
Wenn ich eine Mythen-Post mache, dann muss diese etwas bewirken.
Ich will, dass nach Jahrzehnten endlich ein Verbot von Glas- und Steinwolle-Produkten durchgesetzt wird. Ich will, dass die heute anzutreffende (unnötige, aber gesundheitsschädigende) Zwangsparfümierung von Waschmitteln, Abwasch- und Putzmittel, Kosmetika, Cremen etc. endlich aufhört. Ich will im Kanton Schwyz eine anständige Tierhaltung, wo die Bauern zu ihrem Vieh gut schauen. Ich will Ehrlichkeit und Transparenz im Bau und keine Baumafia. Ich will unabhängige, ehrliche Kleingewerbler mit Rückgrat und keine charakterlich falschen, erpressbaren Hösis. Ich will dezentrale gute Geschäfte und keinen mit Glaswolle isolierten Einkaufsbunker. Ich will dezentrale Schulen und keine Schulfabriken, wo die Kinder kaputt gehen. Ich will echte Meinungsfreiheit und nicht das Diktat des Geldes. Ich will Menschlichkeit statt kalte Bürokratie bei den Behörden. Für diese und viele andere Ziele kämpfe ich.
Mit einer schlagkräftigen Mythen-Post und einem zähen, jahrelang dauernden Kampf (ich bin dafür gerüstet!) lassen sich viele dieser Ziele verwirklichen. Doch all das lässt sich jedoch nur bewerkstelligen, wenn Firmen (mit Inseraten) und Leser (mit Abonnements) mitmachen. Ich weiss, was ich will. Wissen Sie es auch?

Jetzt entscheiden Sie!
Sie haben die Wahl: mich zu unterstützen oder gegen mich zu stimmen.
Sollte es in Zukunft keine Mythen-Post mehr geben, so ist dies einzig und allein der Entscheid des Schwyzer Gewerbes und der Leserinnen und Leser.
Ich bin bereit, weiter zu kämpfen!
Bitte erneuern Sie Ihren Inserate-Jahresabschluss, Ihre Mythen-Post Online Mitgliedschaft oder Ihr Spende für dieses Jahr:
Inpuls Verlag, Beeler Urs, Postfach 7. 6431 Schwyz, PC 60-4619-5. (Mythen-Post Online Mitgliedschaft Fr. 50.-, Spende frei)
Herzliche Grüsse
Urs Beeler, Gründer und Herausgeber der Mythen-Post

 

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