Um eine Aufarbeitung kommt man nicht herum

Am Freitag, den 11.5.01, besuchte die Mythen-Post die sich im Umbau befindliche „Weinkiste“ an der Franzosenstrasse in Seewen. Berüchtigte gelbe Glaswollematten hängen beim Umbau (des neuen Ladengeschäfts) von der Decke herunter. „Wer ist denn für diesen Schwachsinn verantwortlich?“ wird Filialleiter Gusti Lindauer gefragt. War es der Architekt? Der Holzbauunternehmer? Sonst irgendwer?
Man habe über die Isolation schon diskutiert, ist von Herrn Lindauer zu erfahren. Vermutlich seien aber „Kostengründe“ ausschlaggebend gewesen.
Das Kostenargument stimmt nicht einmal, denn Zellulose zum Beispiel wäre vom Preis her absolut konkurrenzfähig. Und was nützt eine Isolation, die „Schrott“ ist, dass sie bereits neu eine Altlast darstellt?
Man hätte gescheiter alles belassen: Besser keine Isolation als eine Juck-Isolation!
Er habe ja nie etwas in den Medien über KMFs lesen können, argumentiert Herr Lindauer weiter. Offenbar hat er die Mythen-Post nicht gelesen.

Weinkiste ist kein Einzelfall
Leider ist die Weinkiste kein Einzelfall. Bei einer Wohngalerie in Ibach hing in einem Ausstellungsanbau über Jahre ebenfalls Glaswolle von der Decke herunter (Anmerkung: wurde später dank Neubau entfernt!). Die Wände dieses kleinen Anbaus bestanden aus dicken Spanplatten (Formaldehyd!), welche man als solche heute nicht mehr erkannte, weil sie weiss überstrichen worden waren.

An diesem Mehrfamilienhaus an der Eisengasse in Brunnen dürfte ausnahmsweise korrekt isoliert worden sein, aber wohl auch nur deshalb, weil die Bauherrin die KMF-Problematik bereits kannte!

Wann endlich wird aus den Fehlern gelernt?
Die Geschichte bezüglich eines Ibächler Zimmermanns, der es fertig brachte, einen Estrich offen mit Glaswolle auszulegen (so dass er nicht mehr betreten werden konnte), kennen Mythen-Post Leser aus vergangenen Beiträgen bzw. aus dem Internet. Isoliert derselbe Zimmermann, der nicht weiss, wie man diesen Isolationsmist im Nachhinein herausnehmen soll und eine Kostenbeteiligung ablehnt, Ende März an der Herrengasse, Schwyz, mit Steinwolle? (Bilder S. 6)
Wird nur verantwortungsbewusst gehandelt, wenn der Kunde dies ausdrücklich verlangt, wie an diesem Objek (siehe Bild) in Brunnen?

Die Unbelehrbaren
„Natürlich setzen wir auch Glas- und Steinwolle ein“, verkündete Zimmermann Ming, Holzbau Lüönd AG, Ibach, stolz anlässlich eines Gesprächs mit der Mythen-Post vor einigen Monaten. Würde dieser Herr auch noch mit Asbest isolieren, wenn der Architekt dies verlangt?
Ming behauptet sogar, dass man im Haus keinen Unterschied spüren könne, ob mit Glaswolle oder einem anderen Material isoliert wurde. So, so. Das sehen Baubiologen aber etwas anders. Spätestens, wenn die Abdeckung zu bröckeln beginnt oder KMF-Partikel durch Ritzen gelangen, würde wohl auch Herr Ming des Besseren belehrt.
Herr Ming wurde weiter gefragt, welches Material er in seinem eigenen Haus einbauen würde. „Holzfaserdämmplatten“, war die Antwort. Offenbar muss da also doch ein Unterschied bestehen…

Wenn Sturheit zu Dummheit wird
Manche Zimmerleute und Dachdecker arbeiten trotzdem lieber weiter mit Glas- und Steinwolle. Die juckt so schön auf der Haut und hat noch viele weitere (gefährlichere) Nachteile. In der Beiz kann dann aber am Abend geprahlt werden, dass man schon „hunderte von Quadratmetern Glaswolle ohne jegliche Schutzvorkehrungen verlegt“ habe und man „immer noch lebt“. Fragt sich nur wie lange noch…

Die Tochter des Zynismus ist die Heuchelei
Vor der Werkstatt einer Ibächler Zimmerei und auf der Firmen-Homepage einer Muotathaler Holzbaufirma wird „vorbildlich“ für Zellulose geworben, in der Praxis jedoch noch immer mit problematischer Glas- und Steinwolle isoliert. Wie geht das zusammen? Leiden diese Leute an einer Persönlichkeitsspaltung?
Warum bringt nicht einmal das Schwyzer Gewerbeblatt einen Beitrag zu diesem wichtigen Thema? Weil es „gewerbefeindlich“ ist? Ist es gewerbefeindlich, die Wahrheit zu schreiben?

Die Diskussion ist eröffnet
Fragen wir doch einmal die Herren Zimmerleute, Dachdecker, Schreiner, Architekten etc., wieso sie – trotz allen Warnhinweisen – immer noch mit KMFs arbeiten. Vergleichen wir dann ihre Argumente mit jenen aus dem offenen Brief an den Bundesrat (S. 5ff).
„Wir führen ja nur aus“, ist von Isoleuren zu hören. (Wo bleibt da aber die Verantwortung?) Sind die Bescheuerten bloss die Architekten? Haben sie die Isolationsmisere verursacht?
Schreiben Sie Ihre Meinung an: Mythen-Post, Thema „KMF-Debakel“, Postfach 7, 6431 Schwyz.

Anmerkung für die Leser
Wir bitten die Leser um Verständnis, dass diesem Thema in vorliegender Ausgabe so viel Raum geschenkt wurde. In der Aufdeckung des KMF- Isolationsschwindels und der hervorgerufenen Schäden durch KMFs in der Schweiz, leistet die Mythen-Post Pionierarbeit.
Währenddem grosse Zeitungen/Zeitschriften sich offenbar noch fürchten, dieses Thema zu bringen, ist unsere Haltung klar: nur ein GENERELLES VERBOT von KMFs kann verhindern, dass weiterer gesundheitlicher und volkswirtschaftlicher Schaden entsteht.

 

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