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Leserbrief zum Artikel "So dreckig wie ein Diesel", TA, 4. Januar 2005
Beatrice Macho widerlegt mit kritischen Fragen und unwiderlegbaren Fakten durch den Tages-Anzeiger verbreitete falsche Auffassungen betr. der angeblichen "Umweltfreundlichkeit" von Holzfeuerungen

Mittwoch, 12. Januar 2005

Guten Tag Herr (...)
Zu Ihrem Artikel "So dreckig wie ein Diesel?" im TA, 4. Januar 2005:
Sie machen ein Fragezeichen hinter diesen Titel. Weshalb? Holzfeuerungen sind mindestens ebenso dreckig, da sie die Atemluft massiv mit krebserregenden Verbindungen und PM- Fraktionen belasten. Im weiteren sind diese auch, da sie zu einem hohen Prozentsatz als Abfalllverbrenner (zu ca. 70%) missbraucht werden, Dioxine- und Furaneschleudern (PCDD/F). Schon aus unbehandeltem Holz können bei tieferen Verbrennungstemperaturen Dioxine entstehen und wenn mit Zeitungspapier angezündet wird, geht der Gehalt an PCDD/F noch in die Höhe. Somit ist dieses Fragezeichen hinter Diesel absolut fehl am Platz!

Frage deshalb:
1) Weshalb machten Sie ein Fragezeichen hinter Diesel?
Behörden wissen schon längst, dass Holzfeuerungen "Schadstoffschleudern" sind, doch dies wird geflissentlich, im Namen der Holzlobby, unter dem Deckel gehalten. Wenn man ein nachbarliches Problem mit einem sogenannten Holzofen hat, der als Allesverbrenner missbraucht wird, hat man die allergrösste Mühe um sich gegen diese gesundheitsschädigende Luftverschmutzung zu wehren. Behörden erweisen sich als inkompetent und unwillig, und man wird durch Nichthandeln derselben über lange bis sehr lange Zeit äusserst schädlichen Luftschadstoffbelastungen ausgesetzt, die krebserregende Kohlenwasserstoffe (PAKs) und Dioxine/Furane-Belastungen bedeuten. Kaminfeger holen auch nur "sehr" widerwillig die Aschenproben, da sie Angst haben vor Kundenverlust! In unserem Fall musste ich den Behörden erst zahlreiche Recherchedateien (auch vom BUWAL) zusenden, damit diese endlich begriffen, um was es geht, und wie sie handeln müssen. Aber auch dann erfolgte alles im Schneckentempo und höchst dilettantisch, wie in einem Kindergarten.
Sie schreiben eingangs: "Die Ökobilanz der Holzfeuerungen ist im Vergleich zu Öl und Gas gut." Dazu folgende Frage: Wie kann die Ökobilanz eines Energieträgers gut sein, wenn dieser bei der Verbrennung (unvollständig, unsaubere Verbrennungen, wie sie grösstenteils stattfinden!) hohe Mengen krebserregender Kohlenwasserstoffverbindungen (PAKs=PAHs), PCDD/F und sehr hohe PM-Belastungen (PM10, PM2.5, Nanopartikel), verursacht?
PM-Emissionen führen ebenfalls zur Klimaschädigung. Die NOx-Emissionen sind bei hohen Verbrennungstemperaturen relevant! Diese sind auch schädlich und klimarelevant, noch schädlicher aber sind PCDD/F und PAKs.
Öl und Gas bedeuten heute minimalste Schadstoffbelastungen beim Betrieb derselben. Diese Feuerungen werden auch regelmässig streng überprüft (und man bezahlt dafür!), im Gegensatz zu Holzfeuerungen <70 kW, die heutzutage bei den Feuerungen die grössten (amtlich bewilligten!) Luftschadstoffschleudern sind. Die Nanopartikel-Problematik - die wohl gesundheitsschädigendste Fraktion - ist bei Holzfeuerungen nach wie vor nicht gelöst.
http://www.aramis-research.ch/d/5728.html

2) Bitte erklären sie mir, weshalb also die Ökobilanz der Holzfeuerungen gut sein soll bei solchen Luftschadstoffbelastungen?
In Österreich wurde übrigens bekannt, dass der Holzbrennstoff zu etwa einem Drittel importiert wird, mit langen und umweltbelastenden Transportwegen. Der Bevölkerung wurde natürlich bis zu dieser Bekanntwerdung vorgegaukelt, dieser Brennstoff sei "rein" einheimisch. Wenn es um Holzfeuerungen geht, wird gelogen und totgeschwiegen bis zum Gehtnichtmehr, das ist leider in der CH nicht anders!
Die CO2-Neutralität ist nur bei der natürlichen Verrottung gegeben. Durch diese aneorobe und mikrobiellen Verrottungsprozesse wird nur langsam CO2 freigesetzt. Bei der Verbrennung aber geschieht das blitzschnell, und es entstehen nur im ganz optimalen Fall Kohlendioxid und Wasser. Schon kleines Abweichen vom Optimalen lässt CO (giftiges Kohlenmonoxid) entstehen. Die wenigsten Holzfeuerungen verbrennen optimal, und sind auch nicht entsprechende High-Tech Anlagen.
Wird Holz thermisch zersetzt bzw. unvollständig verbrannt, entstehen nicht nur, wie bei vollständiger Verbrennung, die Reaktionsprodukte Kohlendioxid und Wasser sondern es erfolgt lediglich ein Aufbrechen von chemischen Bindungen, teilweise eine Zusammenlagerung von Bruchstücken zu neuen organischen Verbindungen und eine unvollständige Oxidation der Kohlenwasserstoffe. Bei fast vollständiger Oxidation entsteht (im harmlosesten Fall!) statt Kohlendioxid (CO2) Kohlenmonoxid (CO).
Bei der Zersetzung wird eine Vielzahl organischer Substanzen mit teilweise sehr hohem gesundheitsschädlichem Potential festgestellt.
Da Wissenschaftler ja nicht einmal wissen, wieviel CO2 die Bäume überhaupt speichern können, und dazu hin viele Bäume krank bis sehr krank sind, ist die Behauptung der CO2-Neutralität nicht haltbar. Insbesondere auch nicht, da wohl aus den meisten Holzfeuerungen viel zu hohe CO-Mengen entweichen (welches im übrigen ein Indikator für weit überhöhte Mengen an Schadstoffverbindungen ist!)

Der MiniPab, siehe http://www.minipab.ch/, ist sicher eine sinnvolle Entwicklung, er kann aber die schädlichen gasförmigen Substanzen nicht abfangen und bedeutet generell nur reine Symptombekämpfung. Ausserdem müssen die anfallenden Feinstsaubpartikel als Sondermüll entsorgt werden. Man sollte also Ursachenbekämpfung machen, das heisst: Alle alten Anlagen (Schadstoffschleudern!) müssten dringendst ersetzt werden, analog wie seinerzeit die veralteten Ölheizungen!
Nun erwarte ich gerne Ihre Antworten zu den gestellten Fragen.
Mit freundlichen Grüssen
Beatrice C. Macho

PS: Im Anhang noch eine PDF-Datei (Dissertation Pieper) zu den PCDD/F. Page 11 ist relevant in der Aussage betreffend unbehandeltem Holz.




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