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Fakten rund um die k- und U-Wert-Rechnerei

Samstag, 2. Oktober 2004

Sehr geehrte Frau Gabor
Haben Sie meinen Bericht von gestern Abend an die NZZ-Online erhalten?
Hier noch einige Ergänzungen:
Am 01.10.2004 schrieben Sie:

Sehr geehrte Damen und Herren,
seit dem ich gezwungen wurde mich mit der Frage der Wärmedämmung zu beschäftigen (meine Nachbarn haben schon voller Enthusiasmus die Arbeiten an der Fassade angefangen, wir sind die einzigen in der Reihe, die sich nicht schlüssig werden können).
Da sind die Nachbarn selber Schuld!

Unsere Hauswände sind aus Bimsbetonsteinen. Zusammen mit Putz ergibt sich eine Stärke von 28 cm. Welchen k-Wert hat eine solche Wand an sich?
Schätzungsweise beträgt der U-Wert (alt k-Wert) dieser Wand 0,6 W/m2K – das ist ausreichend, weil das Mauerwerk die Sonneneinstrahlung nützen kann.

Ich habe gelesen, dass eine 30 cm-Wand aus Bimsbeton-Vollblöcken einen k-Wert von 0,45 hat. Was würde die Dämmung mit einem k-Wert von 0,40 verändern?
Praktisch nichts. Natürlich wäre eine 30 cm Bimssteinwand besser als Ihre 28 cm Wand, doch energetisch bedeutet das gar nichts.
Bedenken Sie, dass die Bausubstanz von 1850 bis 1920 einen U-Wert von 1,3 aufweist, wobei diese Gebäude heute weniger Energie verbrauchen als supergedämmte Niedrigenergie-Häuser.

Wärmedämmverbundsysteme sollen nicht sehr langlebig sein, was bedeutet das konkret in Jahren ausgedrückt? Wärmedämmung soll innerhalb von 3-4 Jahren durchfeuchten und dadurch jegliche Wärmedämmwirkung verlieren. Gilt das auch für Styropor und was durchfeuchtet da eigentlich?
Polystyrol und Mineralwolle [Anmerkung der Mythen-Post: Hände weg von Mineralwolle!] lassen sich nur mit hellen Kunststoff-Verputzen versehen, welche nur eine Haltbarkeit von 15 bis 25 Jahren haben.

Ich wäre Ihnen unendlich dankbar für Antworten an alle diese Fragen, ich würde nämlich so gerne in dieser Materie bewandert genug sein um mir eigene Meinung bilden zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Anita Gabor (E-Mail: whiteeminence01@aol.com)

Dass die ganze Dämmerei nichts bringt, ersehen Sie aus dem beigelegten Untersuchungsbericht von 1983 aus Holzkirchen.
Auf Blatt 39 sehen Sie, dass die nichtgedämmte Wand Nr. 3 mit einem U-Wert von 0,46 weniger Energie verbraucht als die Wand Nr. 5 mit WDVS von 10 cm und einem U-Wert von 0,32.
Auch die 3-mal bessere Wand Nr. 4a mit einem U-Wert von 0,16 braucht mehr Energie als die Wand Nr. 3!
Darüber habe ich aber bereits vor 20 Jahren in „Das Einfamilienhaus“ Nr. 6/1984 geschrieben.
Sie sehen: Betrug bleibt Betrug!
Dennoch herzliche Grüsse
Paul Bossert (E-Mail:
paul.bossert@greenmail.ch)

 

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