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Grundsatzfrage
Was ist wichtiger: die Öffentlichkeit vor Allergien zu schützen oder einen angeblichen (Schweizer) Oeko-Waschmittelhersteller vor Kritik?

Grosse "Bote der Urschweiz"-Schlagzeile vom 13. Februar 2003 auf der Rückseite: "Waschmittel-Firma klagt gegen 'Mythen-Post' Verleger".

Was steckt dahinter?
H.'s Klage bezieht sich auf einen Beitrag in der Mythen-Post 3/01, wo wir vor antibakteriellen Putz- und Reinigungsmitteln warnten. Beiträge zu diesem Thema waren zu dem Zeitpunkt auch in anderen Zeitschriften (u.a. Oeko-Test) zu lesen. Konkret ging es um den letzten Abschnitt des besagten Beitrags, in dem Produzenten generell wegen Duftstoffen (nicht nitro- oder polyzyklischen) kritisiert wurden. Aus dem Zusammenhang könne für Drittpersonen der Eindruck entstehen, auch H. würde nitro- oder polyzyklische Duftstoffe einsetzen, was nicht zutrifft, lautete die Anklage.
Die Mythen-Post hat nie behauptet, die betreffende Oeko-Waschmittelfirma würde nitro- oder polyzyklische Moschusverbindungen einsetzen. Wir haben lediglich die übliche, unnötige Beigabe von allergieauslösenden und MCS-unverträglichen Duftstoffen kritisiert. Daran hält die Mythen-Post auch weiterhin fest (Diese Kritik gilt übrigens für sämtliche Hersteller!).

Internet-Version bereits vor Vernehmung korrigiert
Auf den Verdacht hin, dass dieser Beitrag ev. missverstanden werden könnte, hat die Mythen-Post die Archiv-Version im Internet korrigiert, d.h. den entsprechenden Abschnitt gelöscht.
Gegenüber dem Untersuchungsrichter wurde erklärt, dass wir an einer friedlichen Lösung interessiert seien.

Angebot für eine Gegendarstellung gemacht
Anfangs des Jahres 2002 wurde diesem Oeko-Waschmittelhersteller per Fax (Kopie beim Bezirksamt Schwyz) das Angebot gemacht, mittels einer Gegendarstellung die Sache friedlich zu bereinigen. Ein entsprechender Text (per E-Mail oder Fax) kam jedoch nicht.
Wie gesagt, man hätte die Sache problemlos friedlich regeln können, was in einem ähnlichen Fall (Firma Spirig, Hersteller von "Excipial") problemlos funktionierte.

Darf man künftig in der Schweiz keine Produktempfehlungen mehr machen?
Parfümstoffe sind ein grosses Problem für Allergiker und vor allem für MCS-Kranke. Weil sich die Oeko-Waschmittelfirma H. stur weigert(e), auf "duftstofffrei" umzustellen, empfahl die Mythen-Post den Leserinnen und Lesern das Produkt OMO Sensitive (ohne Farbstoffe, optische Aufheller und Parfüm). OMO Sensitive ist dermatologisch getestet und speziell für Allergiker/Asthmakranke geeignet.
Wenn man jedoch der Öffentlichkeit ein duftstofffreies Waschmittel anstelle des parfümierten (potentiell allergie- und MCS-auslösenden) empfiehlt, begeht man nach Auffassung der SZ-Justiz "unlauteren Wettbewerb"!
Dieser Vorwurf ist nicht nachvollziehbar und widerspricht der Vernunft; er ist höchstens nach "Staatslogik" richtig: Je mehr Leute an Allergien und an MCS erkranken, desto mehr Umsatz für den grossartigen Medizingeldverdien- und Symptombekämpfungsapparat. Die Mythen-Post interessieren jedoch nicht, dass Ärzte, Apotheker, Drogisten etc. möglichst viel verdienen, sondern, dass die Leute NICHT krank werden! (Diese Haltung mag bei manchen Wirtschaftsvertretern vielleicht als "gewerbefeindlich" gelten - aber in Gottes Namen...)

Wer hat recht: Die Mythen-Post oder "das System"?
Es zeigt doch die völlige Verdrehtheit unseres Systems, dass derjenige, welche die Öffentlichkeit vor Allergien und der Ausbreitung von MCS schützen will, dafür von der Justiz bestraft wird! Kein Wunder, dass in der heutigen Gesellschaft möglichst keine Verantwortung mehr wahrgenommen wird!

ALLE Hersteller kritisiert
Wegen der unnötigen Beigabe von Duftstoffen hat die Mythen-Post sämtliche Wasch-, Putz- und Reinigungsmittelhersteller kritisiert und nicht nur diese Oeko-Firma H.
Durch Parfümstoffe wird das Gewebe neu verschmutzt (waschen = sauber machen und parallel verschmutzen ist ein Widerspruch in sich!), ausserdem sind Duftstoffe - wie schon hundertmal erwähnt - bekannte Allergie- und garantiert MCS-Auslöser. Schutz der Konsumenten kommt bei der Mythen-Post vor Produzentenschutz.
Trotz den unterschiedlichen Standpunkten ging/geht es der Mythen-Post natürlich auch darum, diesen Oeko-Waschmittelhersteller trotzdem fair zu behandeln.

Eine Entschuldigung ohne Wirkung
In der Mythen-Post 12/01 haben wir uns für den Beitrag in Heft 3/01, der möglicherweise hätte falsch verstanden werden können, sogar entschuldigt. Wörtlich heisst es dort: "Sollte hier tatsächlich eine andere als von uns beabsichtigte Wirkung des Beitrags erzielt worden sein, so bedauern wir das. An der grundsätzlichen Kritik, z.B. Waschmittel mit Duftstoffen auszurüsten, hält die Mythen-Post fest."
Der weitere Vorwurf der uns gemacht wird, wir hätten den betreffenden Oeko-Waschmittelhersteller nicht angefragt, stimmt so pauschal nicht. Wir haben vor Jahren Gespräche geführt, welche jedoch nichts fruchteten. Wenn jemand an einer Tanzveranstaltung eine Frau dreimal zum Tanz auffordert, diese jedoch nicht will, wird man sie die nächsten Jahre wohl auch nicht mehr anfragen...

Henkel reagiert und stellt neu duftstofffreie Produkte her
Der Grosskonzern Henkel wurde und wird von der Mythen-Post ebenfalls seit Jahren hartnäckig kritisiert. Bis heute kam von diesem Hersteller jedoch keine Klage wegen "unlauterem Wettbewerb". Im Gegenteil: Henkel weiss um die von der Mythen-Post ausführlich geschilderte Problematik und den Stellungnahmen unzähliger Betroffener (nachzulesen auf der Mythen-Post Homepage). Positiv: Henkel stellt seit einiger Zeit extra das duftstofffreie Mini Risk her.

Warum kann eine angebliche Oeko-Waschmittelfirma nicht dasselbe tun?
Dass sich im Gegensatz dazu die Oeko-Waschmittelfirma H. jahrelang stur weigerte, duftstofffreie Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel herzustellen, ist rational nicht nachvollziehbar.
Aber wie gesagt: In unserem Staat läuft es eben anders. Wichtig ist nicht, die Bevölkerung vor Allergien zu schützen, sondern Produzenten vor Kritik. Vielleicht droht schon wegen diesem Artikel wieder eine neue Klage wegen "unlauterem Wettbewerb" sowie obligatorischer Busse und Gefängnisstrafe.

Wer keine Verantwortung wahrnimmt und einfach im Strom mitschwimmt, hat es in der Schweiz am einfachsten
Gut haben es Windfahnen-Zeitungen in der Schweiz. Man ist unkritisch und schwimmt einfach im Strom mit. Auf diese Weise kann man nicht nur von überall her Geld kassieren, sondern wird vom Staat noch mit Inseraten belohnt und die Justiz lässt einen in Ruhe.


 

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