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Diskussionsforum
Meinungen zum 1. August 1995

"Wenn der 1. August überhaupt einen Sinn haben soll, dann den, über die Lage unseres Landes Bilanz zu ziehen. Wie sieht diese Bilanz aus? Politisch besteht eine Riesenkluft zwischen der 'classe politique' und dem Volk."

"Mir scheint, dass das Hauptproblem darin liegt, dass sich kaum ein Mensch mit gesundem Verstand mehr in der Politik engagieren will. Politik wird heutzutage mehrheitlich nur noch von Opportunisten betrieben. Das fängt bei der Gemeinde an und hört in Bern auf."

"Alle Schuld den Politikern in die Schuhe zu schieben, wäre zu einfach. Was letztlich in unserem Land geschieht, bestimmt die Gesamtheit der Bürgerinnen und Bürger."

"Das Hauptproblem ist, dass sich unsere Gesellschaft technisch immer schneller entwickelt, die Wirtschaft nachzieht, das Menschliche in diesem Prozess aber mehr und mehr auf der Strecke bleibt."

"Ich sehe das genauso: Ein Problem ist die Entfremdung und Entmenschlichung. Das merkt man schon beim Einkaufen: kein natürlicher Kontakt mehr zwischen den Leuten, sondern nur noch stereotype Abläufe. Diese Atmosphäre wirkt weiter, z.B. auf unsere Jugend."

"Wir sind heute bereits soweit, dass Jugendliche und Erwachsene nicht mehr fähig sind, ihre Freizeit vernünftig zu gestalten."

"Zwar herrscht in unserer Zeit gesellschaftlicher Irrationalismus. Zum Glück gibt es aber trotzdem ein paar wenige Leute, die gesunde Ansichten haben."

"Die Schweiz ist das reichste Land der Welt. Wir sollten auch noch das vernünftigste Land der Welt werden."

"Es wurde viel zum Thema Politik gesagt. Wir müssen jetzt auch einmal die Wirtschaft in die Diskussion miteinbringen. Problem ist hier, dass die Spielregeln hauptsächlich von den Grossen gemacht werden."

"Alles redet davon, dass sich die Schweiz im Umbruch befinde. Behörden, Parteien, Grossbetriebe usw. geben vor, der Situation auf den Grund zu gehen. Meine Meinung dazu: Wenn jemand sagen würde, wie die Situation tatsächlich ist, würde man den Betreffenden sofort fortjagen..."

"Ich glaube, dass es der Grossteil unserer Bürgerinnen und Bürger egal ist, was politisch oder wirtschaftlich in unserem Land passiert. Eine solche Einstellung ist zwar nicht förderlich, aber wir müssen uns leider damit abfinden."

"Heuchlerische 1. August-Ansprachen, luftverpestende Höhenfeuer, sinnloses Geknalle usw. - an der Art und Weise, wie jeweils Jahr für Jahr unser Nationalfeiertag gefeiert wird, sehen wir, wie es wirklich um die Liebe zu unserem Land steht..."


 

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