Biodiversitätsinitiative: Grundsätzlich bin ich gegen „noch mehr Gesetze“ bzw. gegenüber neuen Gesetzen immer skeptisch eingestellt. Getreu Publius Cornelius Tacitus (um 55 – 120 n. Chr.), römischer Geschichtsschreiber: „Je verdorbener der Staat, desto mehr Gesetze hat er.“
Umweltschutz, Tierschutz und Naturschutz sind wichtig. Ich stimme für die Biodiversitätsinitiative, weil mich vor allem die Argumente der Gegner nicht überzeugen konnten und Kurt Fluri (bis 2023 Nationalrat FDP.Liberale) zum Initiativkomitee gehört. Im Gegensatz zu vielen anderen FDP-Politikern zeigte er Sympathie zu den Zielen des Vereins MCS-Haus; ausserdem getraute er sich als Abweichler und bürgerlicher Nationalrat auch offen die SVP zu kritisieren.
Selbst, wenn die Biodiversitätsinitiative noch angenommen würde, wird danach von den Gegnern alles unternommen, sie aufzuweichen. Bundesrat und Parlament empfehlen ein Nein. Daher kann, auch wenn man skeptisch gegenüber mehr Gesetzen ist, ein Ja zu dieser Vorlage am 22. September kaum schaden.
Der ausgefüllte Abstimmungszettel.
BVG-Reform Wie soll man betr. der BGV-Reform stimmen? Ein Flugblatt der Bürgerlichen hat mir beim Entscheid ungewollt geholfen. Auf der Vorderseite des Flyers ist eine Frau mit einer Heugabel abgebildet und der Spruch “Unsere Arbeit verdient eine faire Rente“. Eine SP-Werbespruch auf einem Werbeflyer der Bürgerlichen? Bei der abgebildeten Frau wird als Name „Franziska“ angegeben, eine Nachname fehlt, ebenso eine Ortschaft. Wurde die Frau mit der Heugabel vom Werbebüro der Bürgerlichen mittels KI (Künstlicher Intelligenz) erschaffen? Existiert die abgebildete Frau real gar nicht?
Die scheinheilige Werbung der BVG-Reform-Befürworter.
Auf dem Flyer der Bürgerlichen wird mit SP-Slogans geworben wie „Mängel beheben, Renten sichern“. Warum ist dann nicht die SP für diese Vorlage, wenn sie für die Angestellten angeblich so vorteilhaft ist?
Auf Seite 2 oben rechts für Eingeweihte der sogenannte Gerhard-Pfister-Indikator.
Dass die Werbung faul ist, wird auf Seite 2 ersichtlich, wo Gerhard Pfister von der Mitte (vormals CVP) abgebildet ist. Wenn irgendwo bei einer Abstimmung eine Empfehlung von Gerhard Pfister steht, ist es es eine Art Hinweis, dass vermutlich das Gegenteil richtig sein muss.
Die grosse Profiteurin der BVG-Vorlage wären nicht die Angestellten, sondern die Finanz- und Versicherungsindustrie. Darum butterte sie auch viel Geld in die Ja-Kampagne und mobilisierte ihre bürgerlichen, gesponsorten Vertreter im Parlament aus SVP, FDP und der Mitte. Diese SVP-, FDP- und Mitte-PolitikerInnen funktionieren ihrerseits nach dem Motto: „Wessen Brot ich ess’, dessen Lied ich sing’.“
Weshalb stimme ich gegen die BVG-Reform? Die Versicherten müssten mehr bezahlen, erhielten aber weniger Rente. Deshalb: Ein Nein zur BVG-Reform. Sollte diese Vorlage von den Arbeitnehmern trotzdem angenommen werden, wäre der betreffenden Mehrheit nicht zu helfen.