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Die rechtsextreme israelische Regierung strebt eine Eskalation im Nahen Osten an 

Von Urs Beeler

23. September 2024: Praktisch jeder Angriff beginnt mit einer Lüge (Überfall auf den Sender Gleiwitz, Tongking-Zwischenfall, Brutkastenlüge, Giftgas-Lüge usw.). Den Sechstagekrieg 1967 begann Israel mit der Lüge, es drohe ihm ein Angriff durch die benachbarten arabischen Länder; diesem müsse es mit einem Präventivschlag seinerseits zuvorkommen. Mit dem Trick gelang Israel die Golanhöhen, das Westjordanland, den Gazastreifen sowie die Sinai-Halbinsel zu erobern.Israel greift aktuell wiederum in die PR-Trick-Kiste und lässt durch seine befreundeten westlichen Mainstream-Medien verlauten, einen drohenden „Grossangriff der Hisbollah“ bzw. (NZZ vom 23.9.24: „(…) ähnlich verheerenden Überfall auf Israel“ wie die Hamas) zu vereiteln. Eine solche Fake-Nachricht wird a) von den Mainstream-Medien wie von Israel gewünscht gross verbreitet und b) von einer manipulierbaren Öffentlichkeit, die keine eigenen, unabhängigen, kritischen Gedanken mehr anstellen kann, sogar allzu oft noch geglaubt.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehr als 650 Angriffe auf rund 1’300 Ziele der Hisbollah im ganzen Libanon durchgeführt. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen 492 Menschen getötet und 1’645 verletzt.

Der Hisbollah-Vergleich mit der Hamas in Gaza ist falsch, da der Libanon aktuell (noch) nicht wie der Gazastreifen von Israel besetzt ist. Eine Miliz wie die Hisbollah, die auf asymmetrische Kriegsführung spezialisiert ist, führt keinen „Grossangriff auf ein fremdes Land“ durch. Israel ist waffentechnisch und zahlenmässig derart überlegen, dass die Hisbollah sicher nicht so töricht ist, der israelischen Armee im Norden offen ins Messer zu laufen. Ein Grossangriff setzt die Lufthoheit voraus und mechanisierte Kräfte, die möglichst schnell vordringen. Die Hisbollah verfügt weder über eine eigene Luftwaffe noch entsprechende Panzerverbände für einen raschen Vorstoss. Um einen solchen Angriff gegen Attacken aus der Luft zu schützen (Israel besitzt eine der stärksten und vor allem modernsten Luftwaffen der Welt!), wäre zudem eine effiziente, mobile Luftabwehr notwendig. Auch diese fehlt.

Für wie dumm hält die NZZ ihre Leser?
Falls jetzt die Redaktion der NZZ einwirft, es gehe nicht um einen Grossangriff nach militärischem Lehrbuch, sondern um eine Aktion, wie sie die Hamas am 7. Oktober verübt habe, halte ich entgegen: Für wie dumm hält die Redaktion der NZZ ihre Leserschaft? Die israelische Bevölkerung (ca. 80’000 Personen) im Norden Israels wurde schon lange evakuiert! Wenn keine Zivilisten mehr da sind, woher sollen dann die Geiseln stammen? Von Naqoura (im Südlibanon) bis nach Haifa sind es rund 37 Kilometer!
Und wenn jetzt ein Reporter der deutschen „Bild“-Zeitung sich einmischt und meint, eine solche Geiselnahme wäre mit Hubschraubern möglich, dann antworte ich: „Viel Glück!“

Israelische Angriffe verursachen im ganzen Land Chaos. Menschen aus Teilen des Süd- und Ostlibanons wurden zur Flucht gezwungen.

Im Gegensatz zur israelischen Armee ist die Hisbollah nicht auf die Inbesitznahme fremder Territorien bzw. Landraub konzipiert, sondern ihre Aufgabe besteht darin, feindliche Angriffe (Israels) abzuwehren. Oder wenn Israel bereits einmarschiert ist, als Widerstands- bzw. Untergrundbewegung die israelischen Armeekräfte zu vertreiben. Die Stärke der Hisbollah ist der Guerillakrieg, den Israel fürchtet – und (das prophezeie ich!) VERLIEREN wird.
Der „Terrorist“ ist nicht – wie manche PR-gesteuerten westlichen Mainstream-Medien weismachen wollen – die Hisbollah, sondern Israel, das bisher über 41’000 Menschen im Gazastreifen getötet und über 95’000 verletzt oder verstümmelt hat (23.9.24 Quelle: Statista). Würde Israel einem Waffenstillstand zustimmen und seine Truppen aus dem widerrechtlich besetzten Gazastreifen abziehen, wäre Ruhe im Norden.
An die Redaktoren der Neuen Zürcher Zeitung und der Weltwoche: Das Problem im Nahen Osten ist nicht die Hisbollah, sondern Israel mit seiner rechtsextremen, durchgeknallten Regierung (inkl. natürlich ihre Wähler und Mittläufer), die sich im Blutrausch befindet.
Nicht zu vergessen: Es geht langsam gegen den 7. Oktober und da werden Israel und seine westlichen Verbündeten ihre Propaganda-Maschinerie („Hisbollah versteckt Marschflugkörper in Privathäusern“) hochfahren ähnlich wie einst die USA mit 9/11.

Der Beitrag von Aljazeera vom 23.9.24
https://www.aljazeera.com/news/liveblog/2024/9/23/israel-hezbollah-conflict-live-new-air-strikes-target-lebanon?fbclid=IwY2xjawFiZudleHRuA2FlbQIxMQABHaAfrwp6pGqs4GePqNjxua7BOhECghMBKOU6KJxZ77B3eEpEbyb4cmXrow_aem_3gGQeBl8i_zjXfYoQYjNPQ
Wichiger Nachtrag vom 24.9.24: Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei Israels heftigen Bombardierungen verschiedener Teile des Libanon mindestens 569 Menschen getötet, darunter 50 Kinder und 1.835 Menschen verletzt.

Kommentare
…und die Welt schaut zu. Schlimmer noch, man darf nicht einmal kritisieren.
Fred Suban

(Hinweis: Obiger Beitrag wurde am 23. September 2024 auf Facebook publiziert.)

 

Gaza – Israel – Palästina – Westmedien und ihre Zensur

 

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