Inserat

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Bei der Schweizer Kampfflugzeug-Evaluation wurde der vom Preis/Leistungsverhältnis her beste Kandidat vergessen

Von Urs Beeler, vormals Wehrtechnikjournalist bei ARMADA INTERNATIONAL, Zürich

Bevor das eigentlich Thema Kampfflugzeugbeschaffung abgehandelt wird, möchte ich kurz etwas über die seit Jahren herrschende Mentalität in der eidgenössischen Politik vorbringen: Seit bald 20 Jahren warten EL-EmpfängerInnen in der Schweiz auf eine Anpassung der anrechenbaren Wohnkosten an die Teuerung. Die betreffenden Menschen sind seit Jahren gezwungen, die gestiegenen Mietkosten über ihren sonst schon bescheidenen Lebensbedarf zusätzlich zu finanzieren. Das Geld fehlt dann für Alltägliches wie Lebensmittel, Kleider, Schuhe usw. Die Schweizer Armutspolitik bei den Ergänzungsleistungen (EL) ist nicht wirtschaftlich begründbar, sondern politisch gewollt.
Seit Jahren werden EL-EmpfängerInnen auf diese Weise vom Bund (der bürgerlichen Mehrheit in den beiden Kammern) um tausende von Franken geprellt. Die SVP, Teile der CVP und nicht zuletzt auch in erheblichem Umfang die FDP sind verantwortlich für diese schändliche Sozialpolitik.

Genau diejenigen, die bei der Existenzsicherung von AHV- und IV-Rentnern seit Jahren völlig unnötig und rein politisch motiviert die Sparschraube anziehen (und weiter anziehen wollen), sind grosszügig, wenn es um das Verschleudern von Steuergeld beim Militär geht.
Letztlich ist menschliches Handeln immer eine Charakterfrage.

Bürgerliches Sparen bei den Ergänzungsleistungen (EL) und IV-Kinderrenten. Dafür ein 6-Mrd-Blanko-Check für den Kauf neuer Kampfflugzeuge, wo die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen vorgängig nicht einmal erfahren dürfen, welches Flugzeugmodell aus dem Geld konkret gekauft wird. Eine seltsame Auffassung von demokratischer Mitbestimmung.

Das Argument der Sicherheit der Kampfflugzeug-Befürworter – und was tatsächlich dahinter steckt
Bei Schweizer Rüstungsbeschaffungen geht es selten bis gar nie um Sicherheit (wie vorgegeben wird), sondern um wirtschaftliche Interessen (Geld). Ein Beispiel aus der Vergangenheit war die Beschaffung des Placebo-Kampfflugzeuges (die treffende Bezeichnung stammt von Aviatik-Spezialist Sepp Moser) Northrop F-5E Tiger II. Nach ursprünglich 72 bestellten Flugzeugen wurden nochmals 38 gekauft und die Flotte auf total 110 Maschinen aufgestockt. Militärisch gesehen ein Aberwitz, weil die Tiger-Kampfflugzeuge leistungsmässig immer schon schwach waren. Selbst vor Jahrzehnten bzw. am Tag, an dem sie neu beschafft wurden.

Aviatik-Experte Sepp Moser. Seine kompetente Meinung wird meist erst gefragt, wenn bereits Feuer im Dach ist.

Warum kaufte die Schweiz trotzdem insgesamt 110 Tiger-Kampfflugzeuge? Es ging ums Geschäft (Kompensationsgeschäfte für die Industrie) – und um nichts anderes! Federführend darin involviert natürlich die Schweizer Wirtschaftspartei FDP (siehe Inserat oben mit der jungfreisinnigen Jill Nussbaumer) mit ihrer Quasi-Parteizeitung bzw. ihrem PR-Blatt „Neue Zürcher Zeitung“.

Kritisches Denken ist in der Schweiz unerwünscht
Oder man denke an SVP-Bundesrat Gnägi und den Panzer 68. Jahrzehnte vergehen, bis die NZZ dieses Trauerspiel umfassend aufgreift. Umfassend? Nein, eigentlich so umfassend nicht. Denn die Tatsache, dass der Schweizer Panzer 68 wenig taugte bzw. später sogar offiziell als „kriegsuntauglich“ eingestufte wurde, hätte man eigentlich schon viele Jahre früher beim in vielen Bereichen identischen Vorgängermodell Panzer 61, von dem bereits 150 Stück produziert worden waren, feststellen müssen. Bei dem war z.B. der Turm für die Besatzung auch schon drückend eng. Doch wer denkt, ist in der Schweiz „gegen die Armee“! Früher sogar (fast) ein Landesverräter. Wer hingegen die Schwindeleien, die ihm von oben und den Schweizer Leitmedien serviert werden, bereitwillig aufnimmt, gilt als vaterlandsliebend und Patriot. (Zumindest aber stört er keine Wirtschaftsinteressen!)

Die Schweizer Doktrin „nicht-denken-zu dürfen“ und vor allem „nichts-sagen-zu-dürfen“
Die aktuelle Diskussion um neue Kampfflugzeuge ist ein weiteres Beispiel für die klassische politische bzw. militärische Schweizer Instruktion „nicht-denken-zu dürfen“ bzw. „nichts-sagen-zu-dürfen“. Ansonsten in der Urstätte der Demokratie und Freiheit leicht „Konsequenzen“ drohen.
Es wird einmal mehr mit der uralten Masche der „Sicherheit“ aufgefahren. Wollte man diese tatsächlich bieten bzw. umzusetzen versuchen, wäre ein so hoher finanzieller Aufwand notwendig, dass das Vorhaben bald einmal als absurd oder zumindest unerfüllbar erscheinen würde. Die Schweiz müsste z.B. auch ein Raketenabwehrsystem gegen Interkontinentalwaffen haben. Irgendwann würde man feststellen, dass ein umfassender Schutz gar nicht möglich ist. (Ähnliches schrieb ich vor über 30 Jahren schon zum Thema Zivilschutz – und die Zeit gab mir recht.)

„Das einzige, was sicher ist, ist, dass nichts sicher ist.“
Urs Beeler

Es geht den Kampfflugzeug-Befürwortern („Egal welches Flugzeug – wir bezahlen gerne 6 Mrd. Franken und mehr“) weniger um Sicherheit, als um Scheinsicherheit. (Wobei der Fokus – und das sollte man nie vergessen – bei wirtschaftlichen Interessen liegt.)

Ein Feind fehlt – NATO-„Partnership for Peace“
Russland wurde einmal von Napoleon (1812), später von Hitler (1941) angegriffen. Das Land hat eine so enorm lange Grenze, dass der Gedanke absurd ist, dass Russland im 21. Jahrhundert eine Ausdehnung Richtung Westeuropa unternehmen könnte. Alles verhält sich umgekehrt, als wie wir es noch heute politisch eingetrichtert bekommen: Nicht Russland bedroht den Westen, sondern die NATO verhält sich als Angriffsbündnis gegenüber Russland provokativ.
Die Schweiz selbst ist hauptsächlich umgeben von NATO-Ländern. Einem Angriff der NATO könnte die „neutrale“ Schweiz nie und nimmer standhalten. Was macht man? Man wird Teil der NATO-„Partnership for Peace“. „Wie kann die Schweiz mit einem (…) Militärbündnis, welches ständig in illegale Angriffskriege verwickelt ist (…) eine Partnerschaft betreiben?“ fragt SVP-Nationalrar Lukas Reimann den Bundesrat zurecht.
Nicht nachvollziehbar ist, dass man quasi indirekt beim NATO-Wettrüsten mitmachen will, obwohl (ausser dem NATO-Angriffsbündnis) eigentlich gar kein Feind da ist. Realistischerweise bleiben nur der Neutralitätsschutz (in beschränktem Rahmen) und luftpolizeiliche Aufgaben übrig. Und für diese Tätigkeiten würden 24 leistungsfähige Lockheed Martin F-16V (weiter unten erklärt) genügen.

Ehrlich gefragt
Man müsste sich auch einmal ehrlich fragen: Was will man eigentlich heutzutage verteidigen? Die verstopften Schweizer Strassen? Die überfüllten Schweizer Züge? 25% Ausländer? 800’000 Eingebürgerte? Homosexuelle? Lesben? Die Regierung in Bern? Banken? Versicherungen? Die Oma im Altersheim? Die Batteriewohnung, in der man unfreiwillig wohnt?
Solche ehrlichen Fragen wirken heutzutage sehr rasch wehrkraftzersetzend.

„Links“ und „Rechts“
So wenig sich „Rechte“ für soziale Fragen ernsthaft interessieren, so wenig tun es „Linke“ für Rüstung (vgl die von der SP vorgeschlagenen Alenia Aermacchi M-346, die keine geeignete Option ist. Es handelt sich im Prinzip um ein Schulflugzeug ähnlich dem Hawk Mk.66, den die Schweiz vor Jahren einmal besass).
Dieses „linke Desinteresse an Rüstungsfragen“ führt dann dazu, dass „Bürgerliche“ leichtes Spiel haben und ihre Rüstungsbeschaffungen (auch wenn sie fragwürdig sind) meistens auch durchboxen können.
1 Mrd. Franken allein wurden für den Rückbau eines stationären Mörsersystems ausgegeben, weil man nach Jahren feststellte, dass  es dieses eigentlich gar nicht braucht bzw. die zu Grunde gelegte Doktrin überholt ist. Aber lernte man wirklich daraus? Selbstverständlich nicht. Das Schweizer Parlament (bürgerliche Mehrheit) gab grünes Licht für die Beschaffung eines mobilen Systems für über 400 Mio. Franken, dessen Auslieferung sich darüber hinaus um Jahre verzögert.

Gripen
Zum grossen Glück wurde die seinerzeitige Beschaffung von 22 Gripen für 3,1 Mrd. Franken in der Volksabstimmung vom 18. Mai 2014 vom Schweizer Stimmvolk verworfen. Denn wiederum wäre (nach dem Tiger) Geld für ein leistungsmässig nicht überzeugendes Kampfflugzeug ausgegeben worden.

Die Schwyzer FDP-Nationalrätin Petra Gössi setzt sich in einem farblich grün gehaltenen Inserat (die klassische FDP-Farbe wäre blau) für die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge aus. Gössi stimmte im Nationalrat für eine Kürzung von (sonst schon bescheidenen) IV-Kinderrenten. Über 6 Mrd. für „irgend ein Kampffflugzeug“ zu verpulvern (der Flugzeugtyp steht nicht einmal fest) stört sie nicht.

27. September 2020: Die Katze im Sack kaufen?
Wie liegt die aktuelle Sache betr. Kampfflugzeugbeschaffung? Diesmal soll der „Fehler“ vermieden werden, dass das Volk zu einem konkreten Flugzeugmodell nein sagt. Wie kann man das politisch umzusetzen versuchen? Indem man die Katze im Sack verkauft! Genau dies geschieht aktuell mit der F/A-18E Super Hornet, dem Eurofighter Typhoon, der F-35 und der Rafale.

Die Macht der Deutungshoheit und ihre Folgen
Die GSoA möchte am liebsten gar kein neues Kampfflugzeug, dadurch könnten Milliarden eingespart werden. (Das Geld könnte für Soziales und Humanitäres eingesetzt werden. Christlich und pazifistisch überlegt sehr gut nachvollziehbar).
Die Deutungshoheit betr. Sicherheit, „Bedrohungszenarien“, Armee usw. haben in der Schweiz jedoch andere, was dazu führt, dass ein generelles Nein zu Kampfflugzeugen einen schweren Stand hat. Zu stark herrscht übernommenes Denken betr. Armee, Luftwaffe usw. in vielen Köpfen der Bevölkerung. Man ist der Meinung, dass es „ohne“ nicht gehe.

Sind Kampfflugzeuge eigentlich noch zeitgemäss? Wo geht die Entwicklung hin?
Deshalb muss man die Sache wohl weniger revolutionär als vielmehr evolutionär angehen: Kampfflugzeuge sind militärisch betrachtet tendenziell ein Auslaufmodell. Sie sind teuer nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt und betr. Infrastruktur.

Albert A. Stahel ist Professor für Strategische Studien an der ETH Zürich. Auch er sieht in Zukunft die Tendenz von bemannten Flugzeugen weg zu unbemannten Drohnen.

Mittels Präventivschlag können Flugwaffen, die Milliarden gekostet haben, bereits am Boden ausser Gefecht gesetzt werden. Elektronische Kriegsführung kann ihre Einsatzfähigkeit massiv einschränken. Gerade für ein kleines Land wie die Schweiz ist eine moderne Boden-Luft-Abwehr, die auch gegen Marschflugkörper, Drohnen etc. eingesetzt werden kann, effizienter und kostengünstiger als Flugzeuge. Daraus kann man folgerichtig ableiten, dass die geplante Schweizer Rüstungsbeschaffung von Kampfflugzeugen bzw. Abstimmung vom 27. September Fragen aufwirft.

Die aktuell zur Evaluation stehenden Flugzeuge sind für die Schweiz nicht optimal geeignet und vor allem viel zu teuer!
Ich argumentiere hier nicht als Linker, Grüner oder gar Vertreter der SP (der ich nicht bin), sondern als ehemaliger Wehrtechnikjournalist der Rüstungzeitschrift Armada International. Eine millionenschwere Evaluation wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen.

Die F-35 und ihre Schwächen
Ich mache es kurz: Die Geschichte der F-35 erinnert sehr an jene des Starfighter F-104 aus dem selben Haus. Beides Mal ging es darum, die zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten möglichst auszureizen und an die Grenzen zu gehen. Dies trieb dann die Kosten in ungeahnte Höhen – und schuf ständig neue zu meisternde technische Probleme.

Die bisherige Entwicklung der F-35 und die technischen Verbesserungen verschlangen Unsummen.

Bei der F-35 wurde der Schwerpunkt vor allem auf eine (angebliche) „Unsichtbarkeit“ gelegt. Diese einseitige Auslegung ergab dann unglaubliche Schwächen in anderen Bereichen: Manöverierfähigkeit, Zuverlässigkeit, Reichweite, Zuladung usw. Mit hochmodernem Passiv-Radar kann die F-35 in Zukunft einfach enttarnt werden – und verliert dann ihren Hauptvorzug auf dem Papier. Der einzige, der von der F-35 Angst haben muss, ist der Pilot, der sie fliegt.

F/A-18E Super Hornet zu schwerfällig und verhältnismässig ungelenk für luftpolizeiliche Aufgaben
Die F/A-18E Super Hornet (Stückpreis um die 100 Mio. Dollar) ist grösser und schwerer als die aktuellen F/A-18 C/D der Schweizer Luftwaffe. Die Super Hornet ist als Angriffsflugzeug mit hoher Zuladung und Reichweite für die US-Streitkräfte ausgelegt („Frieden per Flugzeugträger“).

Bild: Die aktuell in der Evaluation stehendende F/A-18E Super Hornet. – Die Schweizer F/A-18 C/D haben Probleme mit Materialermüdung. „Von den 30 verbleibenden F/A-18 C/D sind im Durchschnitt 8 bis 12 einsatzbereit. Andere sind in einem Upgrade, im normalen Wartungszyklus oder haben Defekte, wo man auf Ersatzteile wartet. Logischerweise hat die Schweiz für das Herstellerland nicht die höchste Priorität, wenn es um die Lieferung von Ersatzteilen geht.“ (Beitrag „Die Rissproblematik bei den Schweizer F/A-18C/D Hornet“, 10.10.19)

Ein solch schweres Kampfflugzeug macht für vor allem luftpolizeiliche Aufgaben (schnelles Starten, Wendigkeit/Manöverierfähigkeit) wenig Sinn. Eine Anpassung der vorhandenen Infrastruktur wäre unverhältnismässig.

Die Schweizer Luftwaffe hat vor vielen Jahren ihre Angriffsfähigkeit auf Bodenziele (bis 1994 dem Hunter zugeteilt) aufgegeben, setzt aber zur Luftverteidigung bzw. für luftpolizeiliche Aufgaben mit dem bestehenden F/A-18 einen Jagdbomber ein. Wenn man Angriffe auf Bodenziele aufgegeben hat und sich auf die Luftverteidigung beschränken will, so bedarf dies eines Jagdflugzeuges (F-16) und nicht eines Jagdbombers (F/A-18).

Eurofighter – Luxus mit eingeschränkter Einsatzfähigkeit
Wer Probleme mit Ersatzteillieferungen haben möchte, der entscheide sich für den Eurofighter. Das Flugzeug kommt nicht nur in der Anschaffung (Stückpreis ca. 170 Mio. Dollar), sondern vor allem auch in der Wartung sehr teuer.

Österreichischer Eurofighter Typhoon. Man lese dazu den Beitrag zur Eurofighter-Affäre: https://de.wikipedia.org/wiki/Eurofighter-Aff%C3%A4re

Die Einsatzfähigkeit des Eurofighters ist nicht immer selbstverständlich gewährleistet. Für eine kleine Luftwaffe, die mit wenigen Flugzeugen eine zuverlässige Einsatzbereitschaft gewähren sollte (der Steuerzahler finanziert es!), kaum die richtige Wahl.

Gripen-Rückzug
Das Schweizer Stimmvolk kann froh sein, dass sich Saab mit dem Gripen E vorzeitig aus der Evaluation zurückgezogen hat. Ein im Verhältnis zu Konkurrenzprodukten leistungsschwächeres, sich auf dem Markt wenig durchgesetztes Flugzeugmodell verbunden mit hohen Kosten wäre trotz einer gewissen Verbundenheit zu Schweden („Neutralität“) für die Schweiz eine sehr unbefriedigende Lösung gewesen.
Auch frühere Saab-Flugzeuge waren noch nie Exportschlager; man denke hier z.B. an die Saab 105, den Draken (Saab 35) und den Viggen (Saab 37).

Rafale – ebenfalls (noch?) kein Exportschlager und deshalb zu teuer
Aviatik-Experte Sepp Moser meinte vor Jahren, dass die Rafale bei der Evaluation eines neuen Kampfflugzeugs vermutlich die besten Chancen haben könnte.

Die Rafale stand im Auswahlverfahren der marokkanischen Streitkräfte für ein neues Mehrzweckkampfflugzeug. Sie unterlag jedoch der kostengünstigeren F-16C Block 52 von Lockheed Martin.

Die Rafale wird von Dassault nicht in grosser Stückzahl (Stand 2019: 196 Maschinen) produziert und ist daher verhältnismässig teuer. Hinzu kommen französische bzw. europäische Waffensysteme (dies wird erwähnt, weil die Schweizer Luftwaffe in jüngster Vergangenheit vor allem auf amerikanische Systeme geschult wurde > F-5E Tiger II, F/A-18 C/D).

Mit 6 Mrd. Franken (plus milliardenschweren Zusatzkosten!) eine „Katze im Sack“ kaufen ? (F-35A, F/A-18E Super Hornet, Eurofighter oder Rafale) 
Aus gutem Grund soll das Schweizer Stimmvolk diesmal nicht über das konkrete Modell entscheiden dürfen. Weshalb? Weil nämlich kein einziges Flugzeug der aktuellen Evaluation wirklich überzeugen kann!

Es stellt sich die Frage, ob es nicht günstiger (und darüber hinaus sogar besser…) ginge. Dies würde jedoch bedingen, dass der aktuellen Vorlage am 27. September 2020 vom Volk eine klare Absage erteilt wird. Denn nur eine solche kann den Weg für eine kostengünstigere und bessere Wahl ermöglichen!

Das generelle Problem bei Schweizer Rüstungsbeschaffungen
„Typisch schweizerisch“ ist an einer Evaluation, bei der von der Obrigkeit z.T. völlig ungeeignete Kandidaten evaluiert und geeignete Maschinen weggelassen wurden, nicht mehr rütteln zu wollen.
Vielleicht sind nicht alle Schweizer PolitikerInnen korrupt, aber doch die meisten rückgratlos, um nein zu fragwürdigen Rüstungsvorhaben zu sagen. Bereits einfache Rüstungsgeschäfte wie eine Duro-Sanierung (Kosten 558 Millionen Franken, verzögerte Auslieferung) oder Minenwerfer-Panzer (Kosten 400 Mio. Franken; verspätete Auslieferung im Jahre 2024) können das System überfordern. Dies alles typisch schweizerisch, dass niemand letztlich die Verantwortung trägt. Ob Rüstungsskandal, Asbest-Sanierung bei einem Schulhaus – in der Schweiz lassen sich im Anschluss an solche Vorkommnisse praktisch nie Verantwortliche finden.

Die Lehre (aus Jahrzehnten) daraus: ein Schweizer Rüstungsvorhaben muss möglichst einfach (narrensicher) und transparent sein. Dies bedeutet: kalkulierbare Produkte ab Stange! Weil sonst das Schweizer System automatisch überfordert ist.
Es gibt auf dem gesamten Markt wohl kaum ein ausgereifteres Kampfflugzeug als die F-16V, die softwaremässig einem Kampfflugzeug der 5. Generation entspricht. Die Maschine bietet dem Piloten eine exzellente Rundumsicht.

Lockheed Martin F-16V
Für die Schweiz gibt es ein Kampfflugzeug mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis – und man kann nur staunen, dass dieses bei der bisherigen Schweizer Kampfflugzeug-Evaluation gar nicht berücksichtigt wurde.
Die F-16V ist klein und agil, und das Cockpit ist (ganz im Gegensatz zur F-35) auf optimale Rundumsicht für den Piloten ausgelegt. Die Maschine erfordert (z.B. im Gegensatz zur F/A-18E Super Hornet) keine Anpassung der vorhandenen Infrastruktur.
Bahrain, die Slowakei, Bulgarien und Taiwan haben sich in jüngster Vergangenheit für die neuste F-16-Version entschieden.
Neue Strukturverbesserungen stellen sicher, dass gemäss dem Hersteller Lockheed Martin die F-16-Flotte bis zum Jahr 2060 und darüber hinaus einsatzfähig ist.
Die F-16 aus dem Block 70/72 gehört in Sachen Elektronik zur fünften Generation und kann sich mit sämtlichen Kampfjets der neusten Generation messen. Die Flugzeugzelle hat eine strukturelle Lebensdauer von 12’000 Flugstunden.

Der slowakische Verteidigungsminister Peter Gajdos sagte: „Basierend auf einer tiefgehenden Analyse haben wir uns für die beste Lösung entschieden: Die F-16 Block 70/72 sind hochmoderne Flugzeuge, die in Bezug auf ihren Beschaffungspreis, ihre Qualität und ihre Fähigkeiten konkurrenzlos sind. Sie sind das beste, was wir uns als Land leisten können.“

Wenn die Angabe stimmt, dass 16 neue Fighter des Typs F-16 Block 70 Bahrain rund 1,2 Milliarden US-Dollar gekostet haben, so würden 24 Flugzeuge umgerechnet auf die Schweiz 1,8 Mrd. Dollar kosten. Selbst wenn man hier noch grosszügig 700 Mio. für AMRAAM-Lenkwaffen, elektronische Zusatzausrüstung usw. draufschlagen würde, wären wir bei rund 2,5 Mrd. – also bei einem Budget, das nicht einmal der Häfte der vom Bundesrat vorgeschlagenen „Katze-im -Sack-kaufen“-Lösung von 6 Mrd. Franken entspricht.
Es macht aus finanziellen und militärischen Gründen also durchaus Sinn, die Kampfflugzeug-Vorlage vom 27. September 2020 bachab zu schicken, weil günstigere, einfachere und effizientere Beschaffungslösungen möglich sind.


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