Zu den Abstimmungsvorlagen vom 8. März 2026
Von Urs Beeler
Ich habe mich vor vielen Jahren klar für den Service Public, d.h. für eine Schweizer Post ausgesprochen, die in praktisch jeder Gemeinde eine Poststelle hat und einen persönlichen Kontakt zum Kunden bietet. Das Ganze fokussiert auf kundenfreundliche Dienstleistung und weniger auf Wirtschaftlichkeit.
Auch bin ich für einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr, aber ohne chemisch ausgasende „moderne“ Schweizer Stadler-Züge und scheppernde Busse der Schweizer Firma Hess.
Mein jahrelanger Einsatz für eine gute, menschliche und nicht schikanierende Schweizer Sozialhilfe sowie genügend Ergänzungsleistungen für AHV- und IV-RentnerInnen sollte bekannt sein bzw. kann im Internet nachgelesen werden. Auch gibt es YouTube-Videos zu diesem Thema.

Meine politische Auffassung als Schweizer deckt sich in vielen (den meisten?) Bereichen mit jenen von Sahra Wagenknecht, BSW. Auch mir geht es um Vernunft und Gerechtigkeit.
Ein „linkes Herz“ zu haben bedeutet aber nicht, einfach alles durchzuwinken, was politisch von links kommt. Gegenüber einem Schweizer Staatsfernsehen bin ich kritisch eingestellt. Ebenso gegenüber der Idee mancher Politiker, man müsse grosse Medienhäuser zusätzlich noch mit Millionen Steuergeldern subventionieren, um ein „besseres Medienangebot“ zu bekommen. Mit mehr Qualität hat dies nichts zu tun, sondern es geht um mehr politischen Einfluss und Manipulation.
Seit über 40 Jahren setze ich mich in Wort und Schrift für den Umweltschutz ein. In diesem Bereich wird leider heutzutage viel Schwindel betrieben. So ist mittlerweile z.B. auch KMF-Wärmedämm-Sondermüll angeblich „ökologisch“. „Klimaschutz“ wird vorgegaukelt – in Wirklichkeit geht es primär um wirtschaftliche Interessen.
Mit luftverpestenden Holzheizungen an Stelle von modernen Öl- oder Gasheizungen ist der Umwelt und der menschlichen Gesundheit (saubere Luft!) nicht gedient! Vögel mordende Windräder sind keine Option, wenn man sich in die Situation betroffener Tiere versetzt (solches Denken ist der Masse vielleicht fremd, aber es kommt nicht darauf an, das zu tun, was die Mehrheit denkt, sondern das, was ethisch richtig und verantwortungsvoll ist).
SRG-Halbierungsinitiative
• Die SRF-Befürworter glauben, dass es sich beim Schweizer Staatsfernsehen um ein Medium handle, das unabhängig und seriös berichte. Das ist in der Realität leider oft nicht der Fall.
• Der Staatssender bringt häufig das, was von Regierung und Behörden kommuniziert oder gefordert wird. (Motto: „Wessen Brot ich ess‘, dessen Lied ich sing‘.“)
• Konnten Sie vor 1981 z.B. je einen kritischen Beitrag zum Thema Verdingkinder sehen? Oder wurde durch verantwortungsbewusste Berichterstattung das Asbest-Desaster verhindert? Selbstverständlich nicht: Denn der Schweizer Politik-, Behörden- und Medienklassiker lautet: „Wir haben von nichts gewusst.“
• SRF als NATO-Propagandasender in Zusammenhang mit der Bombardierung und „Befreiung“ Libyens im Jahre 2011 (nur ein Beispiel!). Wer zweifelt, soll sich die Beiträge des Nachrichtenmagazins „10 vor 10“ von damals anschauen und die Zeit vergleichen – mit und nach Muammar al-Gaddafi.
• Vorstellung des „Watthauses“ als vorbildliches Energiesparhaus. Die Realität: Ein mit dicken, chemisch stark ausgasenden Spanplatten und Glaswolle-Sondermüll zusammengezimmertes Sondermüll-Objekt.
• SRF-Waschmitteltests, wo aus verschiedenen nachweislich hoch allergieauslösenden unnötig parfümierten Produkten ein „Testsieger“ erkoren wird.
• Totschweigen von Tierschutzmissständen. Mehr: Das Schweizer Staatsfernsehen verhinderte VgT-Werbespots. Es waren Klagen bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte notwendig.
• Das Schweizer Fernsehen soll „links“ sein? Wer brachte ein unkritisches Helden-Epos über Milliardär Christoph Blocher? SRF!
• Unvergesslich auch eine „10 vor 10“-Sendung, in der der Bruder von Milliardär Martin Ebner als „armer Arzt“ dargestellt wird. Gemäss Schwyzer Steuerauskunft besass damals auch der „arme Bruder“ ein Vermögen von mehreren Dutzend Millionen Franken.
• PR-Beitrag des Schweizer Staatsfernsehens mit Milliardär Martin Ebner, urchigen Bauern und Volksmusikanten (die manipulierte Szenerie hätte nicht einmal vom Bote der Urschweiz übertroffen werden können).
• Unkritische Darstellung des ägyptischen Multimilliardärs Samih Sawiris als Wohltäter des Kantons Uri. (Ausmass der Armut in Ägypten: Schätzungen des Welternährungsprogramms sprachen von über 48% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, während andere Daten darauf hinweisen, dass über 70% mit weniger als 6,85 $ pro Tag auskommen müssen. Frage: Wie wird man unter solchen Umständen Milliardär?)
• Totschweigen von falschen EL-Mietzinsregionen in der Schweiz, wo EL-EmpfängerInnen jährlich um vierstellige Beträge geprellt werden.
• Totschweigen von nicht-invaliden Ehegatten willkürlich unterstellten hypothetischen Einkommen durch Schweizer Ausgleichskassen.
• Totschweigen des milliardenschweren KMF-Dämmstoffschwindels durch das Schweizer Staatsfernsehen. (Im Gegensatz dazu bringen z.B. deutsche Sender wie der NDR durchaus kritische Beiträge.)
Die Mehrheit der gebrainwashten Schweizer Stimmbürger wird jedoch gegen die Initiative stimmen, weil sie das Gefühl haben, sie hätten ein „gutes Fernsehen“, das sie objektiv informiert. Wer nur Fussball und Skirennen schaut, für den mag dies vielleicht zutreffen. Aber die paar vereinzelt guten Sendungen von SRF wie „DOK“ und vielleicht (früher) Giacobbo/Müller lassen sich auch mit einer Abgabe von Fr. 200.– finanzieren. Mehr braucht es nicht.
Im Gegenteil: Durch eine gut überlegte Schlankheitskur beim Schweizer Staatsfernsehen könnte sogar Qualität gewonnen werden.
Doch keine Angst: Die SRG-Halbierungsinitiative wird nicht angenommen werden. Weshalb? Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist behördengläubig und will ihr Staatsfernsehen erhalten.
Die Abschaffung der Billag-Gebühren im Jahre 2018 wurde mit 71,6 % abgelehnt, d.h. eine Mehrheit der Schweizer Stimmbürgerinnen begrüsst TV-Zwangsabgaben!
Diese Mehrheit glaubt vermutlich auch, dass die Schurkenstaaten USA und Israel „gut“ sind und der angegriffene Iran „böse“.
Die USA und Israel sind es auch, die das Schweizer Militär mit Waffen und Funkgeräten ausrüsten. Wird darüber in den Schweizer Leitmedien berichtet?
Eine Opposition bleibt aus. Weshalb? Siehe Brainwashing durch Staatsmedien und grosse private Medienhäuser (Zionistenblatt NZZ, SVP-Parteiblatt Weltwoche).
Und Ausländerinnen und Ausländer glauben, bei der Schweiz handle es sich um ein „freies Land“ mit echter Demokratie und freien Medien.
Bargeld-Initiative
Bei dieser darf man Ja stimmen und die Initianten unterstützen. Ja zu Bargeld sagt übrigens auch der bekannte deutsche YouTube-Kanalbetreiber Prof. Dr. Christian Rieck (wir haben zufällig dasselbe Sternzeichen; unsere Geburtstage liegen fünf Tage auseinander).
Klimafonds-Initiative
Die Klimafonds-Initiative gehört abgelehnt. Sie ist Fake und nicht ehrlich.
Es geht nicht darum, die Luft, die Natur oder das Klima ehrlich zu schützen, sondern um den Profit z.B. von KMF-Dämmstoff-Sondermüllherstellern, Vögel tötenden Windrädern und luftverpestenden Holzheizungen („Öko-Faschismus“) anstelle von Öl- und Gasheizungen.
Das Ganze leider so verpackt, dass etliche Gutgläubige und Naive auf diese Vorlage hereinfallen.
Individualbesteuerung
Obwohl das Parlament ein Ja empfiehlt (im Normalfall sollte man klugerweise jeweils das Gegenteil stimmen), bin ich ausnahmsweise auch dafür.
Die Individualbesteuerung wird noch Nachjustierungen benötigen, aber ich denke, dass sie von der Idee her der richtige Schritt ist, d.h. pro steuerpflichtige Person eine Steuererklärung. Eine Individualbesteuerung erscheint mir transparenter und übersichtlicher als eine Besteuerung als Gemeinschaft.
Bei einer Annahme ist zu hoffen, dass die Regierung in Bern in Zukunft endlich auch den Schwindel mit den hypothetischen Einkommen bei nicht-invaliden Ehegatten im Rahmen der Ergänzungsleistungen abschafft.
Bis heute ist es so, dass im korrupten Schweizer Sozialversicherungssystem nach erfolgter Heirat bei einer verheirateten Person mit AHV- oder IV-Rente und Ergänzungsleistungen der nicht-invalide Ehegatte finanziell an die Stelle der staatlichen Sozialversicherung zu treten hat.
Es handelt sich um eine juristisch völlig schiefe, ungerechte Konstruktion.
Weil hypothetische Einkommen schlecht zum Image eines „hervorragenden Schweizer Sozialsystems“ passen, wird die Thematik von den Medien (inkl. Schweizer Staatsfernsehen) schweiz-typisch totgeschwiegen.
Die acht grössten Schweizer Parteien haben folgende Empfehlungen zu den nationalen Abstimmungen vom 8. März 2026 beschlossen (Link des Schweizer Staatsfernsehens): https://www.srf.ch/news/schweiz/abstimmung-8-maerz-2026-parolenspiegel-zu-den-nationalen-vorlagen
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 8. März 2026 auch auf Facebook publiziert und fand rege Beachtung.


