Diskussion zum Thema „Grauenhafte Schwyzer Schweinefabriken“

Falls die von Dr. Erwin Kessler in seinem Artikel erwähnten Zustände (siehe M.P. 10/96) der Wahrheit entsprechen, verstehe ich sein Engagement, denn auch ich bin überzeugt, dass es unethisch und verwerflich ist, Tiere zu quälen. Der Vergleich aber mit den Konzentrationslagern des Dritten Reiches ist unerhört.
Der Zweck der KZs des Nazi-Regimes war die Arbeitskraft von Menschen bis zum Letzten auszubeuten, Menschen zu entwürdigen, zu quälen und zu töten, ja ein ganzes Volk auszurotten. Ein weiterer Zweck war die Gegner des Regimes in Deutschland und in den besetzten Ländern Europas in Angst und Schrecken zu versetzen und zu willenlosen „Untertanen“ zu machen. Die Aussage „Schlimmer als ein KZ“ ist nicht nur schamlos, sondern eine Beleidigung all der Opfer und der Überlebenden der KZs. Eine Entschuldigung wäre angebracht.
Franz-Josef Hammes, Lauerz
Sehr geehrter Herr Hammes
Ich verstehe nicht, warum Sie den Vergleich mit KZs unpassend finden. Ich und andere finden diesen Vergleich im Gegenteil den besten.
Dr. Erwin Kessler, Tuttwil


 

Zitate:

„Auschwitz fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt, es sind ja nur Tiere.“
Theodor W. Adorno

„Ich entsinne mich, dass ich während eines Urlaubaufenthalts von 1967 im russischen Wald bei Cavidovo zum ersten Mal eine solche ‚Hühnerfabrik‘ gesehen und besucht habe und dass mein erster Eindruck – und er hat sich später nie geändert – der war: das muss für die armen Tiere ja schlimmer sein als was wir im Konzentrationslager die Jahre hindurch haben ausstehen müssen!“
Martin Niemöller, ehemaliger KZ-Häftling

„In ihrem Verhalten gegenüber der Kreatur sind alle Menschen Nazis… Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka…“
Isaac Bashevis Singer, ein im Dritten Reich verfolgter Jude / Nobelpreisträger

„Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat die Klage eines Eier-Industriellen gegen mich abgewiesen, wonach mir untersagt werden sollte, die ohne Tageslicht in Engstkäfigen gehaltenen Batterie-Hühner als KZ-Hühner zu bezeichnen. Den Ausdruck KZ-Hühner, der im übrigen nicht von mir erfunden worden war, haben die früheren KZ-Insassen Kirchenpräsident Martin Niemöller und Motoren-Erfinder Dr. Wankel ausdrücklich gebilligt.“
Professor Bernhard Grzimek, im Buch „Vom Grizzlybär zur Brillenschlange“

 

Tierschutz