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Ein Bau-Profi spricht Klartext

Von Dipl.-Ing. und Architekt Paul Bossert, Dietikon

Der MINERGIE-Standard wurde ursprünglich vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich in die Welt gesetzt. Dieser Standard basiert hauptsächlich auf rein theoretischen Annahmen, die bis heute wissenschaftlich nicht gesichert sind. Der MINERGIE-Standard orientiert sich an der fiktiven und fixen Behauptung, dass massgebliche Energieeinsparungen im Wesentlichen nur durch die Verminderung der Wärmeleitung – sogenannter U-Wert (früher k-Wert) – bei der Gebüdehülle erzielbar seien.

Architekt und Ingenieur Paul Bossert befasst sich seit 1964 mit dem Thema Isolieren. Der Pionier der modernen Dämmtechnik deckt den MINERGIE-Schwindel auf. Original-Text nachzulesen unter http://www.universe-architecture.com/ch/Minergie [Anmerkung: Leider ist dieser Link zwischenzeitlich nicht mehr abrufbar.]
Wenn Bürokraten die Sache in die Hand nehmen…
Das schweizerische Bundesamt für Energie (BfE) übernimmt diesen Standard ungeprüft als Nachfolgeprogramm für zu Ende gehende Energieeinsparprogramm Energie 2000, dem in der Vergangenheit betreffend Energieeffizienz kein Erfolg beschieden war. Das BfE setzt sich dafür ein, dass der MINERGIE-Standard gesamtschweizerisch zur Anwendung gelangt, in die eidgenössischen und kantonalen Energiegesetze einfliesst und schlussendlich dem Volk aufgezwungen wird.

Falsche Lehrmeinungen an den Hochschulen
Die heutige Lehrmeinung, in der Schweiz vornehmlich repräsentiert durch die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich und Lausanne behauptet federführend, dass nur der U-Wert die dominante Wärmeenergie-Einspargrösse darstellt. Dass die U-Wert-Theorie mit der Realität nicht übereinstimmt, wird von den hehren Physik-Professoren an der ETH – die noch nie in ihrem Leben neben einem Backstein geschlafen haben – seit Jahrzehnten verdrängt.

MINERGIE-Standard führt zu einer Verluderung im Bauwesen
Nebst der Tatsache, dass die behaupteten Energieeinsparungen bei der Anwendung des MINERGIE-Standards im allgemeinen nicht erzielt werden können, führt das Bauen nach dem MINERGIE-Standard zu einer totalen Verluderung der anerkannten Regeln der Baukunst. Baumaterialien und Konstruktionen werden favorisiert, welche für Bauzwecke absolut ungeeignet sind. Dadurch wird die Gebrauchstauglichkeit und die Zeitstandsfestigkeit der Gebäudehülle von Hochbauten drastisch vermindert und das Geld in den Sand gesetzt. Gleichzeitig wird unbedarft auch ein erhöhtes Brandrisiko und Schallrisiko in Neubauten wie auch bei Sanierungen in Kauf genommen.

In ihrem Prospekt macht die Umweltkommission der Gemeinde Schwyz auf Kosten der Steuerzahler Werbung für den MINERGIE-Schwindel.

MINERGIE als „Plastiksack“
Da auch die materialtechnischen Probleme der Wärmedämmstoffe beim MINERGIE-Standard nicht gelöst sind, weil die Wände nicht mehr „atmen“ können und deshalb die Wohnungen zu feucht werden, wird mittels kontrollierter Lüftung versucht, diesen Mangel auszugleichen. Für dieses Szenario fehlen aber die wissenschaftlichen Untersuchungen, die einen flächendeckenden Einsatz dieser Ventilatoren-Methode zulassen würden. Zu hohe Raumfeuchtigkeit und kontrollierte Lüftung bilden Krankheitsherde und deshalb ein unverantwortliches Gesundheitsrisiko.

Teure „MINERGIE“
Der MINERGIE-Standard verursacht auch viel zu hohe Baukosten, die sich nicht auszahlen bzw. niemals amortisieren lassen, er treibt den Energieverbrauch in die Höhe und bewirkt infolge ungesunder Wohnungen permanent steigende Gesundheitskosten.

Im Artikel über Energiesparen im schweizerischen Limmattaler Tagblatt vom 15.10.1999 wird ein theoretischer zulässiger MINERGIE-Verbrauchswert von 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudefläche und Jahr (45 kWh/m2a) genannt. Dieser Wert entspricht einem Energieverbrauch von 16 Kilowattstunden Energie bzw. 1.6 Liter Heizöl pro beheiztem Gebäude-Kubikmeter im Jahr (kWh/m3a). Bei MINERGIE-Bauten liegt der effektive Verbrauch zwischen 30 und 40 kWh/m3a, wobei er für nichtwärmegedämmte Altbauten der Jahrgänge 1900 bis 1940 – die dem heutigen Dämmstandard nicht entsprechen 96 im Mittel lediglich 20 kWh/m3a beträgt!

Fazit: Architekten und Ingenieure sollten anstatt dem MINERGIE-Standard zu huldigen, das richtige Bauen wiedererlernen!

Einen weiteren sehr interessanten Beitrag schrieb Paul Bossert in „DIE WELT“, Forum vom 25. Juni 1997 „Wenn Milliarden verschwendet werden „, im Internet nachzulesen unter http://www.universe-architecture.com/ch/Weltl [Anmerkung: Leider ist dieser Link zwischenzeitlich nicht mehr abrufbar.] Bossert weist darauf hin, dass „mit Hilfe von Chemiemultis, der Dämmstoffindustrie und der Klima- und Lüftungsbranche die Gesundheit und das Vermögen der Menschen in grobfahrlässiger Weise aufs Spiel“ gesetzt werde. Der Baufachmann beziffert den angerichteten Schaden allein in Deutschland auf mehr als 900 Mrd. Mark!
Wer diesen Mega-Betrug in der Schweiz öffentlich kritisiert, der wird von der Dämmstoffindustrie eingeklagt und es drohen Busse oder gar Gefängnis! So sieht heutzutage die Situation in der angeblich so „freien“ Schweiz aus!
[Anmerkung: Wichtige Text-Stellen wurden von der Mythen-Post rot hervorgehoben] Original Test nachzulesen unter http://www.universe-architecture.com/ch/Minergiel [Anmerkung: Leider ist dieser Link zwischenzeitlich nicht mehr abrufbar.]

Arch.- & Ing.- Büro Paul Bossert
Oetwilerstrasse 4
CH – 8953 Dietikon
sulbonit@active.ch

Architektur, Baustatik, Bauphysik, Bauchemie, Energietechnik, Expertisen
Wärmedämmtechnik – Bauschaden-Analysen – Energie-Verbrauchs-Analysen
Tel. 0041 01 740 83 93 Fax 0041 01 742 04 56
Facility Management – http://www.universe-architecture.com
Energieforum – http://www.universe-architecture.com/energieforum/
Publikationen – http://www.universe-architecture.com/Publikl

[Anmerkung: Leider sind obige Links zwischenzeitlich nicht mehr abrufbar.]

 


Paul Bosserts (BOs) obiger, vor über 20 Jahren geschriebener Beitrag, wird heute inhaltlich bestätigt: 

Argument Quelle Beschreibung
Die einseitige Fokussierung auf den U-Wert ignoriert komplexe Wechselwirkungen von Wärmespeicherung, Luftfeuchtigkeit und Nutzerverhalten, die für die tatsächliche Energieeffizienz entscheidend sind. Fraunhofer-Institut für Bauphysik (2001): Studie zu Fassadenisolationen. Unterstützt Bosserts Kritik, dass der MINERGIE-Standard auf theoretischen Annahmen basiert, die in der Praxis nicht bestätigt werden, da vergleichende Versuche keine signifikanten Energieeinsparungen durch Fassadenisolationen zeigen.
Massive Baukonstruktionen ohne zusätzliche Dämmung weisen oft bessere Energiebilanzen auf als MINERGIE-konforme Gebäude. Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt) (2005): Untersuchung zu Wärmespeicherfähigkeit von Baustoffen. Stärkt die Argumentation, dass die einseitige Konzentration auf den U-Wert andere bauphysikalische Aspekte wie die Wärmespeicherfähigkeit vernachlässigt, was zu ineffizienten Gebäuden führt.
Der Einsatz von Polystyrol-Dämmstoffen in MINERGIE-Bauten erhöht das Brandrisiko erheblich. Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) (2009): Studie zu Brandverhalten von Dämmstoffen. Untermauert die Kritik an der Verluderung der Baukunst durch den MINERGIE-Standard, indem sie zeigt, dass bevorzugte Materialien ungeeignet und gefährlich sind.
Unzureichend gewartete Lüftungssysteme erhöhen das Risiko für Atemwegserkrankungen und Schimmelbildung. Schweizerisches Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) (2015): Studie zu Gesundheitsrisiken von Lüftungssystemen. Belegt Bosserts Behauptung, dass kontrollierte Lüftung ein Gesundheitsrisiko darstellt, und unterstreicht die Kritik am MINERGIE-Standard als „Plastiksack“.
Der MINERGIE-Standard verursacht Mehrkosten von bis zu 15 % im Vergleich zu konventionellen Gebäuden, ohne proportionale Energieeinsparungen zu liefern. Schweizerische Gesellschaft für Gebäudetechnik (SGT) (2017): Analyse der Baukosten von MINERGIE-Gebäuden. Stützt die Kritik an den hohen Baukosten und der mangelnden Amortisation des MINERGIE-Standards, indem sie konkrete Zahlen liefert.
Gut unterhaltene Altbauten sind oft energieeffizienter als MINERGIE-Gebäude. Industrielle Werke Basel (IWB): Untersuchung zum Energieverbrauch von Altbauten. Bestätigt Bosserts Behauptung, dass der Energieverbrauch von MINERGIE-Bauten (30–40 kWh/m³a) höher ist als bei Altbauten (ca. 20 kWh/m³a), und unterstreicht die Ineffizienz des Standards.
Die Dämmstoffindustrie betreibt gezielte Lobbyarbeit, um strengere Dämmvorschriften durchzusetzen, ohne ausreichende wissenschaftliche Belege. Der Spiegel (2008): Bericht über Lobbyarbeit der Dämmstoffindustrie in Europa. Unterstützt Bosserts Vorwurf, dass wirtschaftliche Interessen von Chemiemultis und der Dämmstoffindustrie den MINERGIE-Standard vorantreiben, und erklärt die Vernachlässigung alternativer Baumethoden.
Die Kosten für energetische Sanierungen übersteigen oft die erhofften Einsparungen. Hans-Werner Sinn, ifo-Institut (2010): Analyse der Kosten-Nutzen-Verhältnisse von energetischen Sanierungen. Stärkt Bosserts Argument, dass der MINERGIE-Standard zu einer Verschwendung von Ressourcen führt, indem er zeigt, dass die finanziellen Schäden in grossem Massstab entstehen.
Energieverbrauchsziele statt Dämmvorschriften würden die Energieeffizienz verbessern und Baufachleuten mehr Freiheit lassen. Internationale Energieagentur (IEA): Empfehlung für ergebnisorientierte Energiepolitik. Unterstützt Bosserts Lösungsvorschlag, die kantonalen Wärmedämmvorschriften durch Zielvorgaben für den Energieverbrauch zu ersetzen, und verleiht der Idee internationale Relevanz.

Stand: April 2025

Inhalt Mythen-Post 6/02

Bauen

 

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