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Aus Heft 3/98

Sehr geehrter Herr Beeler

Zum Ersten möchte ich Ihnen mitteilen, dass die Mythen-Post ab sofort bei uns nicht mehr erwünscht ist. Gründe dazu gibt es viele.
Zum Zweiten hat man das Gefühl, es gäbe nichts anderes zu schreiben als über rauchende Kamine und Käfighaltung bei den Sauen.
Zu den rauchenden Kaminen möchte ich sagen, dass es überall schwarze Schafe gibt. Gut funktionierende Holzheizungen sind nach wie vor weniger gesundheitsschädigend [Anmerkung der Redaktion: eine verbreitete Meinung, die so nicht zutrifft] als Ölheizungen und viel ökologischer, weil das Holz vor der Haustüre wächst, nachwachsend ist und nicht um die ganze Welt transportiert werden muss.
Auch ich bin ein Gegner solcher Leute, die nasses oder frisches Grüngut verbrennen.
Man kann ja nicht überall Polizisten hinstellen, auch auf Fahrzeugen aller Art gibt es schwarze Schafe.
Zum Thema Tierschutz und „Kessler“ gibt es viel zu schreiben. Es ist zum Himmel schreiend, was dieser sich alles erlaubt.
Klöster und Klosterplätze sind sicher nicht die richtigen Plätze für sein Getue, die sind zum Beten da, und zur Besinnung.
Es ist schlimm genug, dass Bürolisten und Theoretiker die Bauern belehren wollen. So Besserwisser gibt es allemal zuviele.
Sicher bin ich auch nicht mit allem einverstanden, das soll aber kein Grund sein, die ganze Landwirtschaft in der Öffentlichkeit im Dreck herum zu ziehen. [Anmerkung der Redaktion: Dieser Vorwurf ist immer wieder zu hören. Wenn schwarze Schafe unter den Tierhaltern angeprangert werden, wird dann „die ganze Landwirtschaft in den Dreck gezogen“? Oder: Wenn ein paar Handwerker bei einer Arbeit gepfuscht haben und deswegen zurecht gescholten werden, muss sich dann das ganze Gewerbe betroffen fühlen?] Solche Leute sollten zuerst richtig arbeiten müssen, dann kämen sie vielleicht auch auf bessere Gedanken. Ich möchte nicht mehr länger werden, und mich von der Mythen-Post verabschieden, da auch diese die Umwelt belastet.
Mit freundlichen Grüssen
Josef Holdener, Perfiden, Rickenbach


Eine Stellungnahme zu diesem Leserbrief (in derselben Ausgabe)

Sehr geehrter Herr Holdener

Vielen Dank für Ihren Brief.
Ihre Reaktion verstehe ich. Sie gibt Gelegenheit, einiges zu klären.
Zu Ihren Themen Holzfeuerungen, Grünabfallentsorgung und Tierfabriken:
Der Artikel betr. Holzfeuerungen in M.P. 12/97 zeigt auf, wo die Probleme bei den heutigen Holzfeuerungen liegen (starke Geruchs- und Staubimmissionen). Es geht gar nicht „gegen das Holz“, sondern darum, wie man das Immissionsproblem optimal löst. Es handelt sich hier um eine echte Marktlücke. Gratulation dem findigen Unternehmer, der eine geruchsneutrale und staublose Holzfeuerung entwickelt und auf den Markt bringt! Das wäre ein positiver Beitrag zum Umweltschutz und für die Wirtschaft.
Man soll aber heute aufhören, die alten Holzfeuerungen als „umweltfreundlich“ anzupreisen. Es sind nun einmal Dreckschleudern (sehr schlechte Verbrennung), daran ändern alle Boykotte etc. nichts. Passt eine Steinzeitheizung ins Computerzeitalter? Innovation ist gefragt!
Wenn die Mythen-Post das Problem der Luftverschmutzung durch Abfälle aus Garten, Landwirtschaft und Forst nach Jahren immer noch bringen muss, dann sind nicht wir daran „schuld“, sondern die Rückständigen, die nach wie vor Abfälle unter grossem Gestank verbrennen. Wenn Landwirte, Gartenbesitzer und Forstleute Grünabfälle häckseln und kompostieren oder andere Möglichkeiten der umweltfreundlichen Entsorgung genutzt werden, ist der Fall erledigt.
Analoges bei der Tierhaltung: Gute Schweinehaltung – Fall erledigt.
Ich begreife nicht, welche Empörung in Bauernkreisen jeweils das Aufdecken von Missständen auslöst. Es gibt gute und schlechte Bauern, gute und schlechte Handwerker, gute und schlechte Ärzte, gute und schlechte Lehrer, gute und schlechte Journalisten, gute und schlechte Hausfrauen – kein Bauer, der seine Tiere anständig hält, muss sich betroffen fühlen. Und: Es geht um Schweinemäster und nicht um Bauern!
Betr. Erwin Kessler und den Klöstern Fahr und Einsiedeln: Entsprechen ein dauernd angeketteter Muni, Kälber in Einzelboxen, Muttersauen in Kastenständen und ein elektrischer Kuhtrainer christlichem Geist? War es da nicht nötig, auf diese Unchristlichkeit aufmerksam zu machen?
Die Mythen-Post setzt sich für eine tier- und umweltfreundliche einheimische Landwirtschaft ein. So, wie wir uns für das kleine und mittlere Gewerbe engagieren, so liegen uns die Interessen der kleinen und mittleren Bauern (vgl. VKMB) am Herzen.
Betr. dem Mythen-Post-Papier haben Sie recht. Wir werden ab einer der nächsten Ausgaben auf ein umweltfreundlicheres Papier umstellen. (Anmerkung der Redaktion: Diese Zusicherung wurde von der Mythen-Post darauffolgend auch in die Tat umgesetzt.)
Haben Sie bitte noch etwas Geduld. Es gibt in Zukunft viele neue interessante Themen!
Mit freundlichen Grüssen
Urs Beeler

 

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